Haftstrafe für Pädophilen

Das Amtsgericht hat einen Augsburger Lehramtsstudenten vorgestern zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Außerdem muss er im Gefängnis eine Therapie machen. Er hat Mädchen sexuell missbraucht und Kinderpornos besessen.

Auf die Frage von Richter Günther Baumann, ob er nicht erkannt habe, dass mit ihm etwas nicht stimme, antwortete der Angeklagte, dass ihm „klar war, dass das nicht richtig ist“. In der Anklageschrift warf die Staatsanwaltschaft Fabian K. (Name geändert) vor, Kinder in zehn Fällen sexuell missbraucht, kinderpornografische Schriften in sieben Fällen verbreitet und weitere besessen zu haben.

Bereits vor der Verhandlung gestand Fabian K. Zwischen März 2011 und August 2013 ereigneten sich die Vorfälle. Seit September 2013 sitzt er deshalb in Untersuchungshaft. An vier seiner Opfer hat er bereits Schmerzensgeld gezahlt.
Der Polizeibeamte, der die Ermittlungen gegen den 28-jährigen Studenten leitete, sagte als Zeuge aus. 2011 erstatte in Göggingen die Familie eines der Opfer Anzeige. Gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Ulm sammelte die Kriminalpolizei Augsburg Beweise und durchsuchten dessen Wohnung, stellten einen Laptop sicher. Im vergangenen Herbst verhaftete die Polizei Fabian K.

Durch Internetdienste wie Skype, WhatsApp und Facebook nahm er Kontakt zu den Mädchen auf und nutzte ihre Unerfahrenheit aus. Alle waren zwischen elf und 13 Jahren alt. Ein Opfer, das Mädchen war damals zwölf Jahre alt, gab bei der Polizei zu Protokoll, sie habe fest geglaubt, in einer Liebesbeziehung mit Fabian K. zu sein.
Ein Gutachter hatte drei Gespräche mit dem Angeklagten geführt. Stand Mittwoch: Die Situation sei „ungünstig“, Fabian K. leide unter einer pädophilen Nebenstörung, die sich ausweiten könne. Der Angeklagte leide unter einer verzögerten Sexualentwicklung. Eine intensive Sexualtherapie sei deshalb „unbedingt notwendig“.

Während die Staatsanwaltschaft dreieinhalb Jahre Haft forderte, plädierte Fabian K.s Verteidiger auf eine Bewährungsstrafe mit Therapie. „Da sind Störungen vorhanden“, räumte er ein. Jedoch solle man ihm die Chance geben, diese in seinem sozialem Umfeld zu absolvieren und gleichzeitig sein Studium beenden zu können.
Fabian K. wollte Lehrer werden. „Menschen mit solchen Neigungen suchen pädagogische Berufsfelder“, so der Gutachter. Er könne mit seinem Studium aber auch in der Erwachsenenbildung tätig sein, argumentierte sein Verteidiger.
Richter Baumann sah es jedoch als notwendig an, den Angeklagten in Haft zu behandeln, da „akute Wiederholungsgefahr“ bestehe. Außerdem schloss er aus, dass Fabian K. jemals im Schuldienst arbeiten könne. Auch die Tatsache, dass der Missbrauch der Mädchen über einen so langen Zeitraum geschehen sei, mache eine Bewährungsstrafe unmöglich.

In der Justizvollzuganstalt Landsberg muss er eine Therapie machen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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