Im IS-Camp an der Waffe ausgebildet: Polizei nimmt 30-Jährigen im Großraum Augsburg fest

Die Polizei hat im Großraum Augsburg einen mutmaßlichen IS-Unterstützer festgenommen. Der 30-Jährige soll im Umgang mit Kriegswaffen geschult worden sein. (Foto: Jaromír Chalabala-123rf)

Die Polizei hat einen 30-jähirgen Syrer im Großraum Augsburg festgenommen. Der Mann soll in einem "Scharia-Camp" der terroristischen Vereinigung Islamischer Staat auch im Umgang mit Kriegswaffen geschult worden sein.

Den Haftbefehl hatte nach umfangreichen Ermittlungen der Bayerischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) die Generalstaatsanwaltschaft München gestellt. Am Montag klickten für den 30-jährigen syrischen Staatsangehörigen im Großraum Augsburg die Handschellen. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft am Mittwoch in einer Pressemitteilung mit.

Dienst in Krankenhaus des IS

Der Beschuldigte, der in den Jahren 2012 und 2013 im syrischen Bürgerkrieg für
eine Polizeieinheit der sogenannten Freien Syrischen Armee gegen Regierungstruppen kämpfte, verdingte sich im Frühsommer des Jahres 2015 als ziviler Mitarbeiter im Nationalkrankenhaus beim Ordnungsdienst und als Röntgenhelfer.

Das Hospital in der syrischen Stadt Raqqa wird von der terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat“ betrieben.

In IS-Camp an der Waffe ausgebildet - 2015 nach Deutschland

Nach zweimonatigem Dienst wurde er in ein "Scharia-Camp" des IS verlegt und
religiös sowie im Umgang mit Kriegswaffen unterwiesen. Der Beschuldigte legte
am Ende der Ausbildung kein Bekenntnis zum IS ab, sondern verließ Ende August
2015 Syrien in Richtung Deutschland.

Der Beschuldigte wurde am Dienstag dem Ermittlungsrichter des Oberlandesgerichts München vorgeführt, der ihm den Haftbefehl eröffnete und den Vollzug der Untersuchungshaft anordnete.

Ging von dem Mann aus dem Großraum Augsburg konkrete Gefahr aus?

Ob eine konkrete Gefahr von dem Mann aus dem Großraum Augsburg ausging, lässt Joachim Ettenhofer, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft unkommentiert. Nur so viel: Es habe sich nicht um Präventivmaßnahmen gehandelt, "er wurde festgenommen, weil er im Ausland eine Straftat begangen hat. Nämlich eine terroristische Vereinigung unterstützt".

Nähere Angaben zum Wohnort oder zu Details der Ermittlungen wollte Ettenhofer vorerst nicht bekanntgeben. (lib)
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