Jugendlicher wird verprügelt, wählt Notruf - und keiner kommt: Beamter wegen vorsätzlicher Körperverletzung vor Augsburger Gericht

Im Augsburger Amtsgericht wird am Donnerstag verhandelt: Ein Mann, der verprügelt worden war und den Polizeiruf 110 tätigte, erhielt keine Hilfe vom diensthabenden Beamten. (Foto: Giancarlo Tosto)

Ein 16-Jähriger ist im März vergangenen Jahres in Augsburg verprügelt worden. Der Beamte, der den Notruf entgegennahm, schickte jedoch nicht die benötigte Hilfe, sondern vertröstete ihn. Der Beamte geht vor Gericht nun gegen eine Geldstrafe vor, die ihm wegen des Vorfalls auferlegt wurde.

Der Geschädigte war im März 2016 zusammen mit seinem Freund in eine körperliche Auseinandersetzung verwickelt. Um sich Hilfe zu holen, betätigte er den polizeilichen Notruf 110 - erfolglos. Der Beamte, der diesen Notruf entgegennahm, entsandte - gegen seine Dienstpflicht - keinen Streifenwagen, sondern riet dem Anrufer, die Auseinandersetzung friedlich zu regeln beziehungsweise zu Fuß zur nächsten Polizeidienststelle, die circa 30 Minuten entfernt liegt, zu kommen.

Im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung wurde der Geschädigte von zwei Tätern verprügelt und erlitt zahlreiche Hämatome und Prellungen. Gegen den Angeklagten erging wegen vorsätzlicher Körperverletzung im Amt ein Strafbefehl mit einer Geldstrafe von 4800 Euro. Hiergegen hat er Einspruch eingelegt.

Die Verhandlung wird am Donnerstag, den 16. Februar, im Amtsgericht Augsburg stattfinden.
(pm)
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