Kein Schadenersatz für Tätowierung

Eine Kundin, die mit ihrer Tätowierung unzufrieden war, wollte das verantwortliche Studio auf Schadenersatz verklagen. Das Amtsgericht lehnte ihren Antrag auf Prozesskostenhilfe jedoch ab. (Foto: ©tom_u-123rf.de)

Eine Kundin, die mit ihrer Tätowierung unzufrieden war, wollte das verantwortliche Studio auf Schadenersatz verklagen. Das Amtsgericht lehnte ihren Antrag auf Prozesskostenhilfe jedoch ab.

Ein Tattoo ist ein Körperkunstwerk auf Lebenszeit. Entsprechend hoch ist die Erwartung in das Tattoo und entsprechend hoch ist die Enttäuschung, wenn das Ergebnis nicht gefällt. Ist die Tätowierung allerdings nicht nach den Regeln der Kunst ausgeführt worden und das Tattoo daher mangelhaft, so steht dem Kunden unter Umständen Schadensersatz und Schmerzensgeld zu.

Für einen solchen Schadensersatz-Prozess beantragte im August eine Mutter aus dem westlichen Augsburger Landkreis Prozesskostenhilfe beim Amtsgericht Augsburg, Zivilgericht.

Sie hatte bereits im August 2014 ein Studio in Augsburg-Oberhausen beauftragt, den Namen ihrer beiden Kinder, deren Geburtstage sowie Verzierungen auf ihren rechten Unterarm zu stechen.

Mit dem Ergebnis war die Kundin allerdings nicht zufrieden. Sie bemängelte die Ausführung der einzelnen Buchstaben, die Linienführung und die asymmetrische Anordnung der Zahlen und Buchstaben. Auch die Verzierungen seien nicht fachgerecht gestochen worden.

Insgesamt verlangte sie 2000 Euro Schmerzensgeld und weitere 500 Euro für eine großflächige Übertätowierung. Eine solche Übertätowierung sei erforderlich, da die Mängel nicht zu beheben seien und es ein sicheres Verfahren zur Entfernung eines Tattoos nicht gebe.

Zu einer Verhandlung kam es nicht. Denn: „Eine Tätowierung ist nicht ohne Risiko“, meint das Gericht. „So sieht ein Tattoo auf der Haut nie so aus wie auf der Vorlage. Auch kann es, abhängig von Hauttyp und Heilungsprozess, noch zu Veränderungen nach dem Stechen kommen. Selbst ein Auslaufen der Ränder kann nicht sicher ausgeschlossen werden.“ Nachdem das Amtsgericht Augsburg eine mangelhafte Ausführung des Tattoos nicht erkennen konnte und die Kundin über die Risiken aufgeklärt worden war, lehnte das Amtsgericht den Antrag auf Prozesskostenhilfe wegen fehlender Erfolgsaussichten der Klage ab.

Das Landgericht Augsburg bestätigte Ende November die Entscheidung des Amtsgerichts.
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