Kein Urteil im "Igelfußball"-Prozess

Das Verfahren gegen einen der mutmaßlichen Täter im "Igelfußball"-Prozess wurde eingestellt. (Foto: 15092745_©Robert Wilson-123rf.de)

Zwei Männer sollen im vergangenen Jahr einen Igel als Fußball missbraucht haben. Das Tier überlebte diese grausame Behandlung nicht und verendete unter Schmerzen. Wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz musste sich gestern einer der beiden mutmaßlichen Täter vor dem Amtsgericht Augsburg verantworten.

Nach zahlreichen Verschiebungen kam es am Freitag nun zum Prozess gegen einen der Angeklagten. Schuldig bekennt sich der 49-Jährige aber nicht. Seiner Aussage nach, sei er bei der Tat weit von seinem Kollegen entfernt gestanden. Er habe den Igel sogar noch retten wollen, gab er vor Gericht an. Die vermeintlichen Tritte seinerseits seien nur ein „sanftes Anheben“ gewesen, um das verletzte Tier von der gefährlichen Straße auf den Bürgersteig zu retten.

Zu dem anderen Angeklagten habe er sogar noch gesagt: „Das kannst du hier doch nicht machen. Wir sind in Deutschland!“

Teilweise bestätigt wurde seine Sicht der Dinge vom ersten Zeugen, einem Taxifahrer. Dieser war durch seinen Fahrgast auf das Geschehen aufmerksam gemacht worden. Dem Gericht erklärte der Fahrer, er habe zweimal gesehen, dass ein Mann nach dem Igel getreten habe. Ob es sich beide Male um denselben Täter gehandelt habe, wisse er nicht, da sich die beiden Männer recht ähnlich gesehen hätten.

Als er dann anhielt, um einzugreifen, seien sich die beiden keiner Schuld bewusst gewesen. Trotzdem hätten die Männer ihm gedroht, er solle sich verziehen, wenn er keine Probleme bekommen wolle.

Als schließlich die vom Fahrgast gerufene Polizei eintraf, die durch einen der Streifenpolizisten vor Gericht vertreten wurde, stellte sich heraus, dass die Männer alkoholisiert waren.

Aufgrund einer Geldstrafe, zu der der Angeklagte bereits bei einem anderen Verfahren verurteilt worden war, beantragte der Verteidiger des 49-Jährigen die Einstellung des Verfahrens gegen seinen Mandanten. Richterin Elke Bethge folgte dem Antrag und stellte das Verfahren ein.

Von Laura Bongardt
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