Kindesmissbrauch in 27 Fällen: Jetzt erhebt Staatsanwaltschaft Anklage gegen Zen-Priester aus dem Landkreis Augsburg

Der 61-jährige Verdächtige (Mitte) war auch Mitglied des Runden Tisches der Religionen in Augsburg und in dieser Funktion auch an der alljährlichen Ansprache zum Augsburger Friedensfest beteiligt. Foto: Markus Höck

Nach neun Monaten Untersuchungshaft hat die Staatsanwaltschaft nun Anklage erhoben gegen einen 61-jährigen Zen-Priester aus dem Landkreis Augsburg. Es geht um insgesamt 27 Fälle von Kindesmissbrauch. Zudem soll der Mann Kinderpornos besessen haben. Er hat die Taten teilweise eingeräumt.

Im Detail hat die Staatsanwaltschaft Anklage unter anderem wegen schweren sexuellen Missbrauchs in fünf Fällen, wegen sexuellen Missbrauchs in 22 Fällen und wegen Besitzes kinder- und jugendpornographischer Schriften zum Landgericht Augsburg - Jugendkammer als Jugendschutzgericht - erhoben.
Der Angeklagte ist laut Staatsanwaltschaft dringend verdächtig, zwischen 2005 bis Ende 2015 an zur Tatzeit zwischen vier und 13 Jahre alten Buben sexuelle Handlungen vorgenommen zu haben und/oder geschlechtsteilbezogene Bild- und Filmaufnahmen von den Geschädigten gefertigt zu haben.

2000 Kinderpornos bei Zen-Priester gefunden

Weiterhin wird dem Angeschuldigten vorgeworfen knapp 2000 Bild- und Videodateien mit kinderpornographischen Darstellungen und über 800 jugendpornographische Bild- und Videodateien besessen zu haben.

Der Angeklagte, der die Taten im Ermittlungsverfahren zum Teil eingeräumt hat, befindet sich seit Ende Juli 2016 in Untersuchungshaft in der JVA Gablingen.

Zen-Priester droht mehrjährige Haftstrafe wegen Kindesmissbrauchs

Das Strafgesetzbuch sieht für sexuellen Missbrauch von Kindern Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zehn Jahren, für schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, Freiheitsstrafe von zwei Jahren bis fünfzehn Jahren, für Besitz kinderpornographischer Schriften Freiheitsstrafe von einem Monat bis zu drei Jahren oder Geldstrafe und für Besitz jugendpornographischer Schriften Freiheitsstrafe von einem Monat bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe vor. Termine zur Hauptverhandlung wurden noch nicht bestimmt.
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