Klinikum macht im Jahr 2014 rund 4,5 Millionen Euro Verlust

Das Klinikum Augsburg hat 2014 einen Verlust von 4,5 Millionen Euro hinnehmen müssen. Auch für 2015 rechnet das Krankenhaus mit einem Minus. Foto: Anastasia Trifanova

2014 lief alles andere als gut für das Klinikum Augsburg: Öffentliche Kritik am Sparkurs setzte Vorstandschef Alexander Schmidtke unter Druck, gleichzeitig war die Notaufnahme mit einer Rekordpatientenzahl vollkommen überlastet. Da passt es, dass auch bei der wirtschaftlichen Bilanz vor der Endsumme ein Minus steht.

Kassenwirksam liefe es auf eine schwarze Null hinaus, betont Schmidtke. Doch das ändert nichts daran, dass heuer - nach Überschüssen in den vergangenen Jahren - erstmals wieder ein Verlust eingefahren wurde: 4,5 Millionen Euro. "Den positiven Trend konnten wir nicht halten", gibt Schmidtke zu. Gleichzeitig betont er, dass das Ergebnis nicht missverstanden werden dürfe: "Wir sind nicht wirtschaftlich unstabil". Vielmehr seien Rahmenbedingungen schuld am Verlust.

Etwa die Erhöhung des Personalkostenaufwands um 1,2 Millionen Euro aufgrund der Tarifverhandlungen im vergangenen Jahr. Trotzdem wurden 25 neue Stellen im Pflege- und zehn Stellen im Wirtschafts- und Versorgungsbereich geschaffen.

Und dann war da noch das Sorgenkind "Notaufnahme". 83 000 Patienten hatten Chefarzt Dr. Markus Wehler und sein Team zu versorgen, so viele wie noch nie. Doch hier sorgen bizarre Abrechnungsvereinbarungen automatisch für Verluste. 120 Euro kostet die Behandlung eines Patienten in der Notaufnahme, abrechnen darf das Klinikum aber nur 40 Euro. Den Differenzbetrag müsste das Krankenhaus an anderer Stelle rein wirtschaften - ein Ding der Unmöglichkeit. "Eine Änderung oder Verbesserung ist leider auch durch die Krankenhausreform nicht zu erwarten. Deshalb muss der eingeschlagene Kurs der Konsolidierung weiter fortgesetzt werden", lautet die nüchterne Stellungnahme des Klinikums.

Doch die Klinikleitung und die Träger haben reagiert. Zum einen sollen neue Schwerpunkte mehr Erlöse bringen. Am Klinikum Süd wurde dazu eine Akutgeriatrie eingerichtet. Noch in diesem Jahr soll das Kinderschmerzzentrum starten für Kinder mit chronischen Schmerzleiden.

Daneben heißt es weiter sparen. Neben Kleinigkeiten, wie der Schließung der eigenen Wäscherei, was gerade mal 35 000 Euro bringt, sollen allein durch die Standardisierung des medizinischen Sachbedarfs 1,5 Millionen Euro mehr in der Krankenhauskasse bleiben. Optimismus macht sich deswegen noch lange nicht breit im Klinikum. Auch für 2015 rechnet Schmidtke mit einem Minus, doch das soll dann zumindest so moderat ausfallen, dass die Träger, Stadt und Landkreis Augsburg, nicht zusätzlich belastet werden müssen.

Parallel dazu geht die Generalsanierung des Klinkums unvermindert weiter - im Gegenteil. Durch das Vorziehen zweier Bauabschnitte steht der Notaufnahme deutlich früher mehr Platz zur Verfügung.Noch in diesem Jahr startet der Bau eines Erweiterungsgebäudes, das bis Ende 2017 fertig sein soll. In dem Gebäude ist Platz für zusätzlich neun Behandlungskabinen und 20 Betten für die Notaufnahme eingeplant. "Damit werden die Kapazitäten der Notaufnahme bereits vier Jahre früher erweitert", verkündet das Klinikum. Auch der Anbau West wird schon Ende 2018 und nicht erst 2020/2021 fertig sein. Dieser Erweiterungsbau wird künftig die Intensivstation aufnehmen.

Das Klinikum, und an seiner Spitze Alexander Schmidtke, müht sich weiter, beim Balanceakt zwischen Sparkurs und Generalsanierung nicht abzustürzen, das Wohl der Patienten immer im Blick. Bislang ist das gelungen, die Ankündigungen für 2015 lassen hoffen, dass das auch so bleibt.


Das Klinikumsjahr 2014 in Zahlen

Das Klinikum Augsburg hat im Jahr 2014 Umsatzerlöse von 360 Millionen Euro erzielt. Als Jahresergebnis musste das Krankenhaus einen Verlust von 4,5 Millionen Euro hinnehmen. In den medizinischen Fortschritt wurden 38,3 Millionen Euro investiert.

2014 hatten 173 044 ambulante Patienten das Klinikum aufgesucht. 75 025 Patienten wurden stationär behandelt - inklusive der Patienten der Kinderklinik und des Klinikums Süd in Haunstetten. 83 000 Patienten kamen in die Notaufnahme, 1759 Geburten fanden im Klinikum statt.

Das Krankenhaus hat derzeit 5541 Mitarbeiter, davon sind 4367 weiblich. Damit ist das Klinikum größter Arbeitgeber für Frauen in Schwaben.
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