Kontrollen am Königsplatz: Jugendliche werfen Böller auf Polizisten, 14-Jährige schlägt um sich

Großes Polizeiaufgebot am Königsplatz in Augsburg: Die Beamten kontrollierten am Donnerstag 60 Personen in der Augsburger Innenstadt. (Foto: Alexander Hartmann)
Augsburg: Königsplatz |

Ein großes Aufgebot an Polizisten hat am Donnerstagnachmittag am Königsplatz in Augsburg Verwunderung ausgelöst. Die Polizei sprach auf Nachfrage von Routinekontrollen. Nun hat sie Details zum Einsatz bekanntgegeben. 60 Personen seien überprüft worden. Währenddessen flogen Böller in Richtung der Beamten, eine 14-Jährige schlug um sich.

Es habe sich um "routinemäßige Kontrollen der Polizeiinspektion Augsburg Mitte mit Unterstützung von Kräften der Bereitschaftspolizei" gehandelt. So nennt die PI das Vorgehen am Donnerstagnachmittag in der Augsburger Innenstadt in ihrem Pressebericht am Freitag.

"Rücksichtslose" Fußballer auf dem Königsplatz


Im Umfeld des Königsplatzes seien die Beamten währenddessen von Passanten angesprochen worden, dass Jugendliche in "rücksichtsloser Weise Fußball spielen und dabei auch immer wieder Fußgänger anschießen würden".

Ein 18-jähriger Königsplatzkicker wurde daraufhin angesprochen, das Weiterspielen untersagt. Nachdem er kurze Zeit später allerdings wieder damit anfing, wurde ihm der Ball abgenommen.

Polizeikontrollen: Auch eine Reaktion auf verhinderte Schlägerei


Gegen 19.45 Uhr wurde dann nochmals von Zivilkräften im Bereich des McDonalds eine größere Gruppe von jugendlichen im Alter zwischen sieben und 20 Jahren, "auch im Hinblick auf die verhinderten Schlägereien der Tage zuvor", wie die Polizei schreibt, kontrolliert.

Hier sei unter anderem festgestellt worden, dass sich die Jugendlichen wohl zum Spaß schubsten und auf dem Boden warfen. Im weiteren Verlauf stießen immer mehr Jugendliche zu der Gruppe dazu.

Ein 25-Jähriger hatte eine Musikbox dabei, mit der der gesamte Königsplatz beschallt wurde. Nachdem er einer Aufforderung, die Musik leise zu stellen, nicht nachkommen wollte, sei der Lautsprecher sichergestellt worden. Er und ein 18-Jähriger, der die ganze Kontrolle über mehrfach provoziert hatte, erhielten daraufhin einen Platzverweis, dem allerdings nur der Ältere nachkam.

18-Jähriger moniert Schläge durch Polizisten


Der 18-Jährige baute sich stattdessen bedrohlich vor den Beamten auf und rief für alle Umstehenden laut und deutlich hörbar, warum er von der Polizei geschlagen werde, die Polizei dürfe ihn nicht schlagen - "obwohl er bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch nicht berührt worden war", wie es im Pressebericht heißt.

"Als er dann auch noch ankündigte, dass er nicht gehen werde, wurde der ihm zuvor angedrohte Gewahrsam umgesetzt und er zur Unterbindung weiterer Sicherheitsstörungen in den Polizeiarrest gebracht", heißt es weiter. Er wird nun unter anderem wegen Verleumdung angezeigt.



Böller fliegen am Königsplatz in Richtung der Polizisten


Aufgrund der polizeilichen Maßnahmen kamen nun weitere Personen hinzu, die laut Polizei mit dem 18-Jährigen sympathisierten. In einiger Entfernung wurden feuerwerksähnliche Böller oder Pyros gezündet, die in Richtung der Beamten flogen, aber keinen Schaden anrichteten.

14-Jährige schlägt um sich - Mutter will Film zu Ende schauen


Außerdem mischte sich dann auch noch eine 14-Jährige ein. Auch sie wollte einem ausgesprochenen Platzverweis nicht nachkommen, verweigerte zunächst die Feststellung ihrer Personalien und begann um sich zu schlagen, weshalb sie nun angezeigt wird.

Anschließend wurde ihre Mutter von der Dienststelle aus angerufen, die ihre renitente Tochter später abholte – die Mutter wollte allerdings zuerst noch ihren Fernsehfilm fertig sehen.

Insgesamt kontrollierte die Polizei von Nachmittag bis Abend rund um den Königsplatz die Personalien von über 60 Personen, hauptsächlich von jungen Asylbewerbern.

Insgesamt wurden dabei auch zwei kleinere Betäubungsmitteldelikte registriert, die nun verfolgt werden.
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