Kurioser Enkeltrick: Betrügerin fordert Geld für Kutsche

Verschiedene Betrugsversuche mit dem sogenannten "Enkeltrick" vermeldet die Polizei in ihrem Pressebericht. (Foto: Symbolbild/ Christoph Maschke)

"Wenn die Großnichte wegen der neuen Wohnung die Enkelin mit der Kutsche bei der Oma vorbeischickt, weil diese kostenpflichte Filme im Netz heruntergeladen hat, obwohl sie gar keinen Internetanschluss hat - dann sind mit Sicherheit Betrüger am anderen Ende der (virtuellen) Leitung", so fasst die Polizei in ihrem Pressebericht mehrere gescheiterte Fälle von versuchten Telefonbetrugs zusammen, die sich am Dienstag in Augsburg ereignet haben.

Gleich zweimal wurden Senioren im Stadtteil Göggingen von vermeintlichen Angehörigen telefonisch um Geld angegangen.Ein 91-Jähriger erhielt am Nachmittag gleich drei Anrufe von einer ihm unbekannten Nummer. Anruferin war eine Frau, die sich als seine Großnichte vorstellte. Sie habe sich kürzlich eine Wohnung in Augsburg gekauft und brauche hierfür nun unverzüglich 35 000 Euro. Das Geld könne sie auch ganz sicher bis morgen wieder zurückzahlen.
Der clevere Senior erkannte allerdings sofort, dass es sich bei der Anruferin nicht um seine Großnichte handeln konnte, da sich diese gerade im Ausland befindet. Stattdessen gab er an, weder Bargeld, noch Wertgegenstände in der Wohnung zu haben. Außerdem wollte er ein Treffen mit der vermeintlichen Großnichte vereinbaren, zu dem er auch seinen Finanzberater mitnehmen wollte. An dem vorgeschlagenen Treffen war die Anruferin dann plötzlich nicht mehr interessiert, stattdessen beendete sie das Telefonat mit dem Hinweis, dass das Gespräch unbedingt vertraulich behandelt werden müsse.

"Enkelin" will Geld für Kutsche

Ein anderes Gögginger Ehepaar (76 und 81 Jahre alt) erhielt gegen 16.30 Uhr ebenfalls einen Anruf von einer unbekannten weiblichen Person. Diese eröffnete das Gespräch mit den Worten: “Oma kennst du mich nicht mehr?”. Als die Angerufene daraufhin den Namen ihrer Enkelin nannte, gab sich die Anruferin natürlich prompt als diese aus.
Die vermeintliche Enkelin gab an, dass sie sich vor kurzem eine Kutsche gekauft habe und hierfür nun eine größere Menge Geld bräuchte. Eine konkrete Summe nannte sie dabei aber nicht. Als die Rentnerin das Telefon an ihren Mann übergab, wiederholte die Telefonbetrügerin ihre Geschichte nochmals. Als der Ehemann ihr mitteilte, lediglich einen geringen Bargeldbetrag in der Wohnung zu haben, war die Anruferin damit nicht einverstanden. Nun wurde der 81-Jährige misstrauisch und fragte die Anruferin nach dem Namen des Freundes der Enkelin – die richtige Antwort blieb die selbsternannte Enkelin schuldig, stattdessen legte sie einfach auf.

Falsche Strafanzeige wegen illegalen Downloads

Ebenfalls gestern Nachmittag erhielt eine 48-jährige Frau einen Anruf (mit unterdrückter Telefonnummer) von einem Mann, der ihr mitteilte, dass gegen sie „eine Strafanzeige läuft“. Auf Nachfrage wegen was dies sein sollte, gab der Anrufer an, dass die Frau Filme von der Internetseite „Kino-TV“ heruntergeladen habe und sie deshalb einen dreistelligen Geldbetrag zahlen muss. An wen sie es zahlen soll, gab er allerdings nicht an.
Auf Nachfrage der Frau, von welchem Handy diese Filme denn heruntergeladen worden seien, entgegnete der Anrufer, dass dies über ihren Festnetzanschluss erfolgt sei. "Dumm nur, dass die 48-Jährige über gar keinen Festnetzanschluss verfügt", schreibt die Polizei in ihrem Bericht.  Das Telefonat war daraufhin auch schnell beendet.

In keinem der geschilderten Fälle kam es zu einer Vermögensschädigung der Angerufenen, da diese die Betrugsmasche(n) durchschauten und sich durchwegs richtig verhielten.Mit weiteren gleichgelagerten Anrufen mit variierenden Handlungssträngen darf gerechnet werden, warnt die Polizei. Tipps zum Schutz vor Betrügern, mit welchen Maschen sie arbeiten und wie man sie entlarven kann, finden sich u.a. auch im Internet unter www.polizei-beratung.de.
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