Massenkarambolage auf A8: Gaffer behindern Rettungskräfte

Ein Aufgebot an Rettungskräften mussten die Verletzten in die umliegenden Krankenhäuser bringen. (Foto: Simone Bühring-123rf.de)

Auf der A 8 bei Adelzhausen sind am späten Donnerstagnachmittag bei einer schweren Massenkarambolage 27 Menschen verletzt worden. Nach Angaben der Polizei waren gegen 17 Uhr zwischen den Anschlussstellen Adelzhausen und Odelzhausen während eines Gewitters knapp 30 Fahrzeuge ineinandergekracht. Die Unfallbeteiligten erlitten laut Polizeiangaben leichte bis mittelschwere Verletzungen, eine Frau wurde schwerverletzt, sie schwebt jedoch nicht in Lebensgefahr.

Der Unfall ereignete sich in Fahrtrichtung München. Ein Unwetter zog vor dem Massenzusammenstoß über die Autobahn hinweg. Offenbar ausgelöst durch einen Auffahrunfall bei starkem Regen, kam es auf einer Länge von rund 150 Metern zu weiteren Kollisionen nachfolgender Fahrzeuge, insgesamt 29 Pkw fuhren ineinander. Die A8 wurde von der Polizei Richtung München vollständig gesperrt.

Umfassende Bergungsarbeiten

Auf der Strecke bildete sich nach dem Unfall teilweise ein bis zu 20 Kilometer langer Stau. Wie Augenzeugen berichten, kam es auch auf der Gegenfahrbahn zu Behinderungen – durch zahlreiche Gaffer. An der Unfallstelle war ein großes Aufgebot an Rettungsfahrzeugen vor Ort. Ein Aufgebot von rund 100 Rettungskräften behandelte die Verletzten noch an der Unfallstelle. Drei Rettungshubschrauber wurden zur A 8 beordert, gebraucht wurde aber nur einer, um die schwerverletzte Frau abzutransportieren. Die übrigen Verletzten wurden per Rettungswagen in die umliegenden Krankenhäuser gebracht.

Die Bergungsarbeiten an der Unfallstelle zogen sich bis weit nach 21 Uhr hin. Gegen 20 Uhr waren laut Angaben der Polizei noch drei Fahrstreifen blockiert, die unmittelbar hinter der Unfallstelle wartenden Fahrzeuge konnten zu diesem Zeitpunkt jedoch über den Standstreifen die Unfallstelle passieren. Der in Richtung München laufende Verkehr wurde noch an der Anschlussstelle Adelzhausen ausgeleitet.


Großeinsatz der Feuerwehren

Die Massenkarambolage führte auch zu einem Großeinsatz der Feuerwehren. Unter Leitung der Feuerwehr Odelzhausen befanden sich rund 200 Feuerwehrleute von insgesamt zwölf Wehren aus den Landkreisen Dachau, Aichach-Friedberg sowie der Berufsfeuerwehr Augsburg im Einsatz.

Laut Polizei waren bis auf einen Kastenwagen nur Pkw an der Unfallserie beteiligt – Gott sei Dank, wie ein Sprecher der Polizei am Donnerstag unserer Zeitung gegenüber erklärte. Wäre ein Lkw in die unübersichtliche Unfallstelle gekracht, wäre es vermutlich zu tödlichen Verletzungen gekommen.

Gaffer behinderten Rettungskräfte und andere Autofahrer

Laut Polizei kam es während der Unfallaufnahme und des Einsatzes der Rettungskräfte auf der Gegenfahrbahn unnötigerweise zu Stauungen in Fahrtrichtung Stuttgart. Ausgelöst wurden sie von langsam fahrenden Fahrzeugen, sogenannten Gaffern. Wie die Polizei mitteilt haben sich diese Stauungen zwar nach einiger Zeit aufgelöst, sie führten jedoch zu etlichen gefährlichen Situationen und Beinaheunfällen. In diesem Zusammenhang bittet die Polizei eindringlich im Interesse der Verkehrssicherheit darum, derartige Gefahren für sich und andere nicht durch Neugier herbeizuführen und warnt davor, mit dem Handy zu filmen oder zu fotografieren.

Die Schadenssumme konnte gestern noch nicht genau beziffert werden, sie liege jedoch in einem sechsstelligen Bereich, teilte ein Sprecher der Polizei unserer Zeitung auf Nachfrage mit. (Von Thomas Winter)
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