Mit Silvesterraketen in die Menge geschossen: Studenten vor Gericht

Zwei Studenten haben an Silvester mit Raketen in die Menschenmenge geschossen. Dafür mussten sie sich jetzt vor Gericht verantworten. (Foto: Sebnem Ragiboglu - 123rf.de)
Zwei 22-Jährige wollten es mit Ihren Freunden in der Silvesternacht von 2014 auf 2015 am Herkulesbrunnen mal richtig krachen lassen. Statt ihr Feuerwerk in Richtung Himmel zu zünden, schossen die Studenten mit Raketen in die Menschenmenge. Wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung mussten sie sich nun vor dem Augsburger Amtsgericht verantworten.

Vor Gericht wurde ihnen folgendes vorgeworfen: Nachdem die beiden jungen Männer am 31. Dezember 2014 zu Hause „vorgeglüht“ hatten, zogen sie los in die Maxstraße. Pünktlich um 0 Uhr wurden die ersten Raketen gezündet. Auch die Studenten hatten ihr Feuerwerk dabei und fingen kurz darauf an, Raketen in die Hand zu nehmen und diese waagerecht auf umherstehende Menschengruppen zu schießen. Die 22-Jährigen behaupteten zunächst, dass es sich dabei um ein Versehen gehandelt hatte. Zahlreiche Zeugen sagten vor Gericht allerdings das Gegenteil: Eine der Betroffenen sei auf die Studenten zugegangen und hätte diese gebeten, das zu unterlassen. Die jungen Männer habe diese Warnung jedoch kaltgelassen. Sie schossen einfach weiter auf umstehende Feiernde.

Laut Zeugenaussagen explodierte eine Rakete in der Nähe eines jungen Mädchens, das vor Schreck anfing zu weinen. Ihr Vater ging daraufhin wutentbrannt auf die Studenten zu und wies sie in die Schranken. Ein weiterer junger Mann hatte schließlich genug und rief die Polizei, die wenig später mit zwei Streifenwagen eintraf. Der Polizist, der die Ermittlungen vor Ort geleitet hatte, konnte die beiden jungen Männer ebenfalls problemlos identifizieren.

Vor Gericht räumten die Angeklagten die Tat schließlich doch ein. Laut Jugendgerichtshelfer handelte es sich bei den jungen Männern um sehr intelligente Studenten, welche jedoch wegen kleinerer Vergehen bereits vorbestraft waren. Er riet außerdem, bei den 22-Jährigen das Jugendstrafrecht anzuwenden, da beide während des Studiums noch finanziell von ihren Eltern abhängig seien.

Das Gericht sprach die beiden „Kindsköpfe“, wie der Richter sie nannte, schuldig und erlegte ihnen die niedrigste Strafe des Jugendstrafrechts, eine Verwarnung, auf. So müssen sie nun innerhalb von vier Monaten 64 beziehungsweise 80 Stunden Hilfsdienstleistungen ausführen. Nach Aussage des Jugendgerichtshelfers wären mehr Stunden pädagogisch nicht sinnvoll. Falls sie sich nicht an die Auflage halten, droht ihnen Arrest in der Jugendhaftanstalt in Landsberg.

Benjamin Hille
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.