Nach 3:3 beim FC Augsburg: Gewalttaten der Leverkusen-Ultras haben ein gerichtliches Nachspiel

Ultras von Bayer Leverkusen benahmen sich am Rande des Auswärtsspiels beim FC Augsburg im März daneben. (Foto: VASILIS VERVERIDIS-123rf.de / Symbolbild)

Ärger für einen 33-jährigen Fan des FC Bayer 04 Leverkusen: Gegen ihn hat die Augsburger Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Er soll am Rande des FC Augsburg-Heimspiels gegen Leverkusen am 5. März 2016 einen Ordner angegriffen haben. Anlass war offenbar ein beschlagnahmtes Fan-Banner.

In einer Pressemitteilung gab die Staatsanwaltschaft Augsburg am Mittwoch bekannt, dass gegen den 33-jährigen Fan des FC Bayer 04 Leverkusen Anklage zum Amtsgericht Augsburg wegen Landfriedensbruch, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie gefährlicher und vorsätzlicher Körperverletzung erhoben habe.

Bei dem Bundesligaspiel zwischen dem FC Augsburg und dem FC Bayer 04 Leverkusen am 5. März 2016 soll es einer aus über 40 Personen bestehenden Fangruppierung des FC Bayer 04 Leverkusen gelungen sein, ein von den Verantwortlichen des FCA untersagtes Fan-Banner ins Stadion zu schmuggeln. Nachdem Ordner des FCA sich dieses Banner mit dem Hinweis, dass es nach dem Spiel beim Fanbeauftragten abgeholt werden könne, aushändigen ließen und in Sicherheit bringen wollten, soll der Angeschuldigte gemeinsam mit anderen, nicht identifizierten Fans, um das Banner zurückzuerhalten, zunächst auf den Kopf und den Körper eines geschädigten Ordners eingeschlagen und versucht haben, ihn mit dem Knie gegen den nach unten gezogenen Kopf zu stoßen.

In der Folge stellte sich die Fangruppierung mit mindestens 27 Personen mehrfach gestaffelt vor dem Innenbereich des Stadions mit Blickrichtung Stadionaußenbereich gegenüber einer Kette von Ordnungskräften, unterstützt von Kräften der Bereitschaftspolizei, auf.

Der Angeschuldigte soll die Fangruppierung lautstark aufgefordert haben, das Fanbanner zurückzuholen, wobei er die Bildung eines gewaltsamen Mobs bewusst in Kauf genommen haben soll.

"Während der folgenden Prügelei, bei der Ordnungskräfte und Polizeibeamte von den Fans geschubst und getreten wurden, soll der Angeschuldigte einem uniformierten Polizeibeamten mit dem Fuß in die Genitalien getreten haben. Durch das sofortige und konsequente Einschreiten der Bereitschaftspolizei gelang es in kürzester Zeit, den Fan-Mob von den Stadionordnern zu trennen und die Situation zu beruhigen", so die Staatsanwaltschaft in ihrer Pressemitteilung. Die Bilanz der Polizei damals: Sechs verletzte Ordner mussten ins Krankenhaus.

Gegen 28 weitere, an der Auseinandersetzung beteiligte und identifizierte Fans des FC Bayer 04 Leverkusen wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet, die, soweit es sich um jugendliche (Alter zwischen 14 und 18 Jahren) oder heranwachsende (Alter zwischen 18 und 21 Jahren) Beschuldigte handelt, an die für den Wohnort zuständigen Staatsanwaltschaften abgegeben und bei den verbleibenden erwachsenen Beschuldigten mit Strafbefehlsanträgen mit Geldstrafen zwischen 60 und 90 Tagessätzen wegen Landfriedensbruch, teilweise auch mit Körperverletzung und Beleidigung, beendet wurden.

Das Strafgesetzbuch sieht für Landfriedensbruch und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte jeweils einen Strafrahmen von einem Monat bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor. Der gesetzliche Strafrahmen beträgt
für gefährliche Körperverletzung Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, für vorsätzliche Körperverletzung Freiheitsstrafe von einem Monat bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe und für Beleidigung Freiheitsstrafe von einem Monat bis zu einem Jahr oder Geldstrafe.

Ein Termin zur Hauptverhandlung ist noch nicht bestimmt.
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