Nach Gewaltexzess: Drei Jahre Haft für betrogene Ehefrau

Mit relativ milden Urteilen hat nun der Prozess um die Folterung einer 25-Jährigen in Schwabmünchen geendet. So muss die 36-jährige Haupttäterin nur für drei Jahre in Haft. Die Staatsanwaltschaft hatte viereinhalb Jahre gefordert. Foto: © tom_u / 123rf.de

Mit relativ milden Urteilen hat nun der Prozess um die Folterung einer 25-Jährigen in Schwabmünchen geendet. So muss die 36-jährige Haupttäterin nur für drei Jahre in Haft. Die Staatsanwaltschaft hatte viereinhalb Jahre gefordert.

Das 25-jährige Opfer erlebte im Oktober 2014 ein grauenhaftes Martyrium. In einem Keller in Schwabmünchen wurde sie laut Urteil mit heißem Wasser überschüttet, geschlagen, getreten und mit dem Tode bedroht. Die Haupttäterin fügte ihr zudem einen neun Zentimeter langen Schnitt im Gesicht zu. Der "Hurenhaken" sollte die 25-Jährige als Ehebrecherin kennzeichnen, denn der Hintergrund für die Tat war ein Verhältnis des Opfers mit dem Ehemann der Haupttäterin.

Vor der Folter im Keller war die 25-Jährige von den Tätern in ein Auto gezerrt worden - das hatten Zeugen beobachtet und die Polizei alarmiert. Die Beamten hatten sich sofort auf die Suche nach dem verdächtigen Wagen, trotzdem konnten sie die Geschädigte erst eineinhalb Stunden später aus dem Keller befreien.

Die Verletzungen, die der 25-Jährige zugefügt wurden, waren, obgleich zahlreich, nicht lebensgefährlich. Damit war auch die anfängliche Ermittlung wegen eines versuchten Tötungsdelikts vom Tisch. Ohnehin sei eine Tötungsabsicht nicht nachweisbar gewesen, wie der Vorsitzende Richter Lenart Hoesch ausführte. Für die Angeklagten sprach in den Augen Hoeschs, dass sie dem Opfer bereits eine Entschädigung von 30.000 Euro haben zukommen lassen, begleitet von Entschuldigungen. Auch hatte die 25-Jährige erklärt, dass sie kein Interesse mehr an einer Bestrafung der Angeklagten hätte.

Die Frau des untreuen Ehemanns als Haupttäterin wurde zu drei Jahren Haft verurteilt. Ein Bruder ihres Mannes muss für zwei Jahre acht Monate hinter Gitter, zwei andere Frauen aus der Familie erhielten Bewährungs- beziehungsweise Geldstrafen.
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