Nach Wohnungsbrand: Mann greift Polizei und Feuerwehr an

Wohnungsbrand Foto: Berufsfeuerwehr Augburg

Ein Wohnungsbrand an der Derchinger Straße hat am Mittwochmorgen die Feuerwehr in Atem gehalten. Nicht nur, weil sie das Haus evakuieren musste, sondern auch weil ein 39-Jähriger auf einen Feuerwehrmann losging. Der Angreifer ließ sich auch von der Polizei nicht bremsen.

Ein Wohnungsbrand ist am Mittwochmorgen in einem Mehrfamilienhaus an der Derchinger Straße ausgebrochen. Verursacht wurde das Feuer offenbar durch einen 48-jährigen Hausbewohner, der mutmaßlich mit einer Zigarette eingeschlafen war, schreibt die Polizei in ihrem Pressebericht. Gegen 7 Uhr morgens bemerkte der Mann, dass seine Matratze Feuer gefangen hatte, löschte und legte die Matratze in die Badewanne, um nochmals Wasser darüber laufen zu lassen.

Das war jedoch nicht ausreichend, wie sich gegen 10 Uhr herausstellte. Da vernahm der Augsburger Geräusche aus dem Badezimmer. Als er die Tür öffnete, befand sich die Matratze bereits im Vollbrand. Das Feuer griff unmittelbar auf die Wohnung über. Als die Feuerwehr eintraf, stand nahezu die komplette Wohnung in Flammen, das Treppenhaus war strak verraucht. Der Mann musste über das Fenster aus dem ersten Stock nach draußen gerettet werden - hinter ihm schlugen bereits Flammen aus dem Fenster.

Während der Lösch- und Bergungsarbeiten der Feuerwehr wurde noch eine Nachbarin mit ihrem Kleinkind mittels Drehleiter geborgen. Insgesamt wurden durch den Brand fünf Anwohner durch Rauchgasintoxikation leicht verletzt. Der entstandene Sachschaden dürfte sich ersten Schätzungen zu Folge zwischen 70.000 Euro und 100.000 Euro bewegen.

Als die Feuerwehr eine Wohnung im zweiten Stock öffnen wollte, verweigerte der 39-jährige Mieter dem perplexen Feuerwehrmann jedoch den Zutritt. Als die Einsatzkraft seinem Zugführer mitteilen wollte, was geschehen war, folgte ihm der 39-Jährige mit einem großen Hund und versuchte, den Feuerwehrmann tätlich anzugreifen.

Polizisten griffen umgehend ein, woraufhin der Angreifer nunmehr gezielt auf diese losging. "Der Mann konnte zwar anfänglich zu Boden gebracht werden, es war jedoch nicht möglich den Tobenden auf die Schnelle unter Kontrolle zu bringen", teilt die Polizei mit. "Nachdem auch der Einsatz von Pfefferspray keinerlei Wirkung zeigte, musste unmittelbare körperliche Gewalt angewandt werden", heißt es weiter.

Nur mit vereinten Kräften von Polizei und Feuerwehr konnte der Mann endgültig fixiert werden, der sich bei dem tumultartigen Gerangel Kopfverletzungen zuzog, die anschließend unter Polizeibegleitung im Klinikum behandelt wurden. Durch die Angriffe wurden zwei Polizeibeamte ebenfalls verletzt, konnten jedoch im Dienst bleiben.

Der Grund der massiven Widerstandshandlung war schnell ausgemacht. Bei der anschließenden Durchsuchung der Wohnung des renitenten 39-Jährigen, der offenbar auch als Security-Mitarbeiter tätig ist, entdeckten die Beamten Betäubungsmittel samt diverser dazugehöriger Utensilien. Die Ermittlungen hierzu dauern noch an.

Aber auch die anschließende Begehung der Wohnung des Brandverursachers brachte noch eine Überraschung zum Vorschein: in dieser konnte eine zweistellige Anzahl von Laptops festgestellt werden. "Auch hier müssen noch entsprechende Ermittlungen hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse angestellt werden", schreibt die Polizei.

Unverständlich findet die Polizei zudem, dass sich einige Schaulustige teilweise nicht an die erteilten Platzverweise hielten und das Geschehen filmten.

Die weiteren Brandermittlungen werden durch die KPI Augsburg geführt.
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