Prozess gegen Zen-Priester beginnt: 62-Jähriger gesteht Kindesmissbrauch vor Augsburger Landgericht

Um 9 Uhr begann vor dem Augsburger Landgericht der Prozess gegen einen 62-jährigen Zen-Priester. (Foto: Stefan Gruber)

Ein Prozess gegen einen 62-jährigen Zen-Priester beginnt am Freitag, 16. Juni, vor dem Landgericht Augsburg. Der Mann kommt aus Dinkelscherben, dort führte er mehr als 20 Jahren einen Zen-Tempel. In dieser Funktion soll er "in 22 Fällen männliche Kinder missbraucht und dabei in etlichen Fällen auch pornografische Aufnahmen gefertigt haben", so die Anklage.

Diesen Vorwurf hat er bereits teilweise eingeräumt. Zum Prozessauftakt gesteht er vollumfänglich die sexuellen Übergriffe und Missbrauchsfälle. "Ich kann nicht mehr verstehen, was ich damals gemacht habe", erklärt der Angeklagte. Seine Taten bereue er "zutiefst".

Vor dem Beginn der Ermittlungen und der Verhaftung war der 62-Jährige ein engagierter Buddhist. Aus dem Polizeiberuf hatte er sich wegen seines Glaubens zurückgezogen. Der Zen-Priester hatte in buddhistischen Verbänden hohe Positionen inne, so war er einer der Vizepräsidenten des Weltverbandes der Buddhisten und Ehrenrat der deutschen buddhistischen Union.

Anzeige, Untersuchungshaft und viele Prozesstage

Seit Juli vergangenen Jahres sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Eine Mutter hatte den Mann vergangenes Jahr angezeigt, weil sie vermutete, er hätte sich an ihren Kindern vergangen.

Die weiteren Prozesstermine sind am 30.06., 4.7., 7.7., 11.7.,, 12.7., 13.7, 31.7., 1.8., 2.8., 3.8., 4.8. und 7.8.2017. Insgesamt sollen mehr als 40 Zeugen und zwei Sachverständige gehört werden.
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