Psychose nach Drogenmissbrauch: 21-jähriger Bankräuber ist nicht schuldfähig

Ein 21-Jähriger, der im April eine Bank überfallen hat, litt offenbar unter einer Psychose. Damit war er zum Zeitpunkt der Tat nicht schuldfähig. (Foto: 3178432_©tom_u-123rf.de)

Der 21-Jährige, der im April die Commerzbank in der Holbeinstraße überfallen hatte, stand nun vor Gericht. Aufgrund seiner langjährigen Drogensucht und einer daraus resultierenden Psychose kann der Mann nicht für seine Tat verantwortlich gemacht werden.



Um 13.27 Uhr am 11. April war der Überfallalarm in der Zentrale eingegangen. Die Einsatzkräfte der Polizei schwärmten sofort aus.

Der 21-Jährige hatte zuvor mit Sonnenbrille und Mütze getarnt die Commerzbank betreten. Unter Vorhalt einer silberfarbenen Waffe forderte er von der Kassiererin die Herausgabe von Bargeld in seine mitgeführte schwarze Tasche.

Da das aber zu lange dauerte, musste der noch immer bewaffnete Täter ohne Beute aus der Bank fliehen. Er lief in Richtung Königsplatz und stieg dort in die Straßenbahn ein. Auf Höhe des Roten Tores wurde er von mehreren Streifenbesatzungen eingeholt und flüchtete aus der Tram. Im Bereich der Schülestraße konnte er nach Abgabe von mehreren Warnschüssen gestellt und festgenommen werden.

Die Beamten stellten die Waffe und die Tasche sicher. Im Nachhinein wurde festgestellt, dass es sich bei der Waffe um eine Schreckschusswaffe handelte, die aber, so die Polizei, täuschend echt ausgesehen habe.

Zwei Bankangestellte erlitten vermutlich in Folge der Aufregung einen Schock. Eine ärztliche Betreuung wurde veranlasst.

Bereits während der Untersuchungshaft wurde der 21-Jährige ins Bezirkskrankenhaus verlegt. Ein psychiatrischer Gutachter hat ihm eine Psychose diagnostiziert, die wohl als Folge des jahrelangen Drogenmissbrauchs entstand. Somit sei der junge Mann unschuldig. Zum Zeitpunkt des Überfalls soll er bereits unter Wahnvorstellungen gelitten haben.

Statt eines normalen Prozesses gibt es nun ein Sicherungsverfahren. Vor Gericht erklärte der junge Mann, dass er bereit sei, eine Therapie zu machen. Nun soll er für ein Jahr in einem Bezirkskrankenhaus untergebracht werden, so das Urteil des Gerichts.
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