Richterin verurteilt Fußballfan zu einer Geldstrafe von 1800 Euro

Ein 23-Jähriger musste sich heute vor dem Amtsgericht in Augsburg verantworten, weil er einen Polizeibeamten mit Fahnenstangen beinahe schwer verletzt hätte. Foto: © Robert Wilson / 123rf.de

Dass es zwischen der Polizei und Fußballfans öfters mal zu Auseinandersetzungen kommt, ist bekannt. Auch das Spiel FC Augsburg gegen Hannover 96 war keine Ausnahme. Ein junger Mann musste sich nun vor dem Amtsgericht in Augsburg verantworten.

Der Verteidiger des Angeklagten bat gleich zu Beginn der Verhandlung um ein Rechtsgespräch mit der Richterin Susanne Hillebrand sowie dem zuständigen Staatsanwalt. Dort wurde beschlossen, dass der Angeklagte im Falle eines Geständnisses zu einer Geldstrafe verurteilt wird. Letztendlich hielt sich die Staatsanwaltschaft - obwohl der Angeklagte kein unbeschriebenes Blatt war - an diese Vereinbarung.

Es geschah im März dieses Jahres beim Heimspiel des FCA gegen Hannover 96. Noch vor dem Spiel kamen sich Gruppen von Ultrafans beider Vereine auf dem Rathausplatz zu nahe. Auch der 23-jährige Angeklagte war mit einer größeren Gruppe Hannoveraner Fans in der Augsburger Innenstadt unterwegs. Auf seiner Schulter trug er mehrere Fahnenstangen mit sich, die abgebrochen und scharfkantig waren.

Um zu verhindern, dass die Fans aufeinander prallten, umstellten die Polizeibeamten die Hannoveraner - darunter auch den Angeklagten. Der Mann, der zu dem Zeitpunkt mit 1,69 Promille stark alkoholisiert war, versuchte dies zu verhindern. Er drehte sich mit den scharfkantigen Fahnenstangen auf der Schulter mehrfach um die eigene Achse. Dabei traf er einen der eingesetzten Polizeibeamten fast im Gesicht. Nur durch eine reflexartige Schutzbewegung mit der Hand konnte dieser den Schlag verhindern.

Der Verteidiger erklärte im Vorfeld, dass der Angeklagte seine Schuld einräume und zum Tatzeitpunkt nicht die Absicht hatte, jemanden zu verletzten. Durch den starken Alkoholeinfluss war ihm wohl die Schwere seiner Handlung nicht bewusst. Im Nachhinein sei ihm jedoch klar, dass sein Handeln schwerwiegende Folgen hätte haben können.

Durch das Geständnis verkürzte die Richterin das Verfahren. Aufgrund des starken Alkoholeinflusses und der Tatsache, dass zum Glück nichts passiert war, verurteilte sie den Auszubildenden schließlich wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und versuchter gefährlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 1800 Euro.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.