Schläger wüten in Nachtbus, Kleinkind durch Tritt verletzt: Zeuge schildert Horror-Fahrt nach der Evakuierung in Augsburg

(Foto: Jaromír Chalabala-123rf.de)

Am Abend nach der Evakuierung von 32.000 Haushalten in Augsburg wegen der Entschärfung einer Fliegerbombe ist es in einem Nachtbus zu einer Massenschlägerei gekommen. Eine Gruppe war in dem vollen Bus in Streit geraten. Auch andere Fahrgäste gerieten in die Auseinandersetzung. Ein eineinhalb Jahre altes Baby wurde verletzt. Ein Augenzeuge schildert die schrecklichen Szenen.

Die Gruppe war am ersten Weihnachtsfeiertag gegen 21 Uhr am Rathausplatz in den Bus der Linie 90 eingestiegen, der in Richtung Augsburg-Lechhausen fuhr. Im hinteren Teil des Busses habe sich daraufhin ein Streitgespräch entwickelt, das bald eskalierte.

"Vier Täter hingen sich wie Affen an die Haltestangen und hangelten sich auch so durch den Bus, um anschließend mit Füßen auf Personen zu springen, die unbeteiligt waren", berichtet Augenzeuge Jürgen Betz auf unserem Portal von dem, was danach passierte. Die Polizei bestätigt seine Aussagen auf Nachfrage.


"Mit der Sohle voraus in einen Kinderwagen, in dem ein Baby schlief"

"Einer der Täter sprang mit der Sohle voraus in einen Kinderwagen, in dem ein Baby schlief, und hat diesem mit voller Breitseite ins Gesicht gestampft", fährt er fort. Laut Polizei gehörten das eineinhalbjährige Kind und seine Mutter der Gruppe an, offenbar war der im Bus abgestellte Kinderwagen der Stein des Anstoßes. Welche Verletzungen das Kleinkind genau davontrug, konnte die Polizei am Dienstagnachmittag noch nicht sagen. Schwerst verletzt sei es Polizeisprecher Manfred Gottschalk zufolge glücklicherweise nicht.

Im Bus habe laut Betz große Angst geherrscht. "Die anderen Fahrgäste, Mütter und Väter mit Kinderwagen, Kinder sowie Senioren, waren in Panik in diesem Bus gefangen", beschreibt der Zeuge weiter. Als der Busfahrer die Türen öffnete, hätten die Schläger an der Haltestelle weiter gewütet.

Täter griffen auch die Rettungskräfte an

"Meine Frau wurde durch Schläge mit einem Gürtel an der Schulter und im Halsbereich verletzt", schildert Betz. Auch vor Sanitätern hätten die Angreifer nicht Halt gemacht, hätten auch die Helfer mit dem Gürtel attackiert, sodass "sie sich hinter ihrem Auto verschanzten", bis die Polizei eintraf.

Die Polizei berichtet von mehreren Geschädigten und bittet weitere Zeugen, sich bei der PI Augsburg-Mitte, Telefon 0821/323-2110, zu melden. (lib)
0
8 Kommentare
6
Hans-Werner Bartels aus Augsburg - City | 28.12.2016 | 08:48  
17
Gabriele B. aus Gersthofen | 28.12.2016 | 11:26  
6
Chris Fix aus Biberbach | 28.12.2016 | 11:41  
6
Michael Grün aus Augsburg - Süd | 28.12.2016 | 21:08  
6
Stefan Zeulner aus Augsburg - City | 28.12.2016 | 21:30  
StadtZeitung Redaktion aus Augsburg - City | 29.12.2016 | 09:31  
6
Werner Jahnke aus Königsbrunn | 31.12.2016 | 03:02  
6
Peter Heidler aus Augsburg - Süd | 02.01.2017 | 17:48  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.