Schlag gegen rechte Terrororganisation: Anführer in Augsburg verhaftet

Eine Großrazzia der Polizei war am Mittwochvormittag bundesweit im Gange. Im Visier der Ermittler: Eine rechtsextreme Organisation, die Anschläge in ganz Deutschland geplant haben soll. Ihr "Präsident" ist in Augsburg festgenommen worden.

In ganz Deutschland läuft am Mittwochvormittag eine Razzia in Wohnungen von Rechtsextremen. Diese sollen einer bislang unbekannten Gruppe namens "Oldschool Society", einer hierarchisch strukturierten Organisation, angehören. Rund 250 Ermittler sind im Einsatz.

Ein 56-Jähriger Augsburger fungierte als "Präsident"

Wie der Bayerische Rundfunk berichtetet, sei der Rädelsführer der Organisation in Augsburg von der GSG 9 festgenommen worden. Es handele sich um den 56-jährigen Augsburger Andreas H., der als "Präsident" gewirkt haben soll. Auch sein "Vize" ist dem Bericht nach unter den Verhafteten, ebenso ein weiterer Mann und eine Frau.

Die "Old School Society" soll laut Polizei Asylbewerberunterkünfte, Moscheen und Salafisten als Anschlagsziele ins Visier genommen haben. Auch eine größere Menge Sprengstoff soll bei den Durchsuchungen gefunden worden sein. Auf ihrer Facebook-Seite definiert sich die Gruppe als "eine Verbindung gleichgesinnter Menschen, die die deutsche Kultur und ihre Werte leben". 3000 Nutzer haben der Seite ihr "Gefällt Mir" gegeben. Auf dem Internet-Auftritt werden größtenteils Artikel über Asylbewerber geteilt, die hämisch und gewaltverherrlichend kommentiert wurden.

Augsburger Polizei: Informiert aber nicht beteiligt

Offenbar wollte die Gruppe diese Gewalt in die Tat umsetzen. Daher griffen die Ermittler zu. "Wir wissen Bescheid, dass was läuft, die Auskünfte behält sich aber der Bundesstaatsanwalt vor", erklärt Siegfried Hartmann, Sprecher der Augsburger Polizei. Beamte aus Augsburg seien nicht an der Aktion beteiligt gewesen.
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