Schmerzensgeldklage nach Polizistenmord: Diana K. schildert vor dem Augsburger Landgericht ihre Belastungsstörung

Die Brüder Rudolf Rebarczyk und Raimund Mayr wurden für den Mord an Mathias Vieth bereits zu lebenslanger Haft verurteilt. Nun beschäftigt sich das Zivilgericht mit dem Fall: Die Kollegin des ermordeten Polizisten verklagt die beiden auf Schmerzensgeld. (Foto: Archiv)

Angst, Panikattacken, Erschöpfung und ein Knalltrauma – so schildert Polizistin Diana K. dem Gericht ihre Beschwerden. Fünf Jahre ist es nun her, dass ihr Kollege Mathias Vieth im Dienst erschossen wurde. Die Brüder Rudolf Rebarczyk und Raimund Mayr wurden für die Tat bereits zu lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt. Doch K., die unter den Folgen der Tat noch heute leidet, verklagt die beiden nun auf 40 000 Euro Schmerzensgeld. Der Prozess begann gestern vor dem Zivilgericht des Augsburger Landgerichts.

Das große Medieninteresse hat kaum nachgelassen, wenn es um den Augsburger Polizistenmord geht. In dem kleinen Sitzungssaal im Justizpalast am Alten Einlass drängen sich die Medienvertreter auf den wenigen Sitzbänken im hinteren Teil des Raumes.
K. erklärt dem Gericht, dass sie bis heute unter einem Knalltrauma, also einer Schädigung des Innenohrs, und einer posttraumatischen Belastungsstörung leide. Unmittelbar nachdem ihr Kollege von den Brüdern Rebarczyk und Mayr während einer Routinekontrolle erschossen wurde und sie selbst einen Streifschuss an der Hüfte erlitten hatte, habe sie eigentlich gar nichts gefühlt. Ihr sei schon klar gewesen, was passiert war, aber sie habe es nicht begriffen. „Im Laufe der Zeit wurde ich dann aber immer angespannter, ich hatte Tag und Nacht Angst, konnte nicht mehr alleine sein und habe schlecht geschlafen“, schildert sie. Trotzdem habe sie sich angestrengt, um wieder arbeiten zu können. Schließlich sei sie so erschöpft gewesen, dass sie nur noch geschlafen habe und ihren Alltag nicht mehr habe bewältigen können. „Anfangs wurde ich von einer Polizistin mit einer entsprechenden Zusatzausbildung betreut. Angst und Panik wurden aber immer schlimmer und ich habe mich in psychologische Betreuung begeben.“
K. war nach der Tat zunächst krankgeschrieben und durchlief eine Wiedereingliederungsmaßnahme für den Innendienst der Polizei. Aufgrund ihrer psychischen Beschwerden musste sie schließlich stationär in eine psychosomatische Klinik gehen. Anschließend folgte eine erneute Wiedereingliederung. Heute arbeitet K. Vollzeit im Innendienst. Unter Panikattacken leide sie aber nach wie vor.
Diana Ks. Befragung stand im Mittelpunkt des ersten Prozesstages. Weitergehen soll es am 11. Januar. Bis dahin sollen die Brüder Rebarczyk und Mayr ihre persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse darlegen. Diana K. wird sich einer Exploration durch einen psychiatrischen Gutachter unterziehen müssen, der im Anschluss vor Gericht als Sachverständiger aussagen soll.
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