Serieneinbrecher gefasst: Kripo Augsburg fasst elf mutmaßliche Täter

Die Augsburger Kriminalpolizei hat verschiedene überörtliche Einbruchsserien aufgeklärt. (Foto: Symbolbild/ Christoph Maschke)

Festnahmen in Alicante und Lissabon, Bandenkriminalität in Albanien und Moldawien, Tatorte in Dachau und Rottweil: Es ist eine Verbrecherjagd durch halb Europa, die die Polizei in ihrem aktuellen Pressebericht schildert. Im Zentrum der Ermittlungen steht die Augsburger Kripo. Denn diese hat nun mehrere international agierende Einbrechergruppen dingfest gemacht, die unter anderem auch im Bereich Nordschwaben zugeschlagen haben. Elf mutmaßliche Täter sitzen bereits in Untersuchungshaft.

Nach „umfangreichen Ermittlungen im Bereich der Einbruchskriminalität“ könne man jetzt „einige herausragende Fall-aufklärungen“ verzeichnen, schreibt die Polizei. Der Arbeitsgruppe WED (Wohnungseinbruchsdiebstahl), die seit Oktober 2015 bei der Kriminalpolizeiinspektion Augsburg angesiedelt ist, sei es in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft gelungen, einige Fallkomplexe zu klären und mehrere Tatverdächtige festzunehmen.

„Die Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität hat bei der Polizei in Nordschwaben einen sehr hohen Stellenwert“, betont Polizeipräsident Michael Schwald. „Diese Ermittlungs- und Fahndungserfolge sind Beleg dafür, dass das Konzept einer spezialisierten und zentralen Sachbearbeitung derartiger Delikte durch eine eigene Arbeitsgruppe greift.“

In allen Fällen handelt es sich um international tätige Einbrecherbanden, die auf ihren Beutezügen auch im Bereich Nordschwaben aktiv waren. Nach Erkenntnissen der Kripo hätten die vier Tätergruppen einen Diebstahlsschaden von rund 260 000 Euro verursacht.
Mit Unterstützung von Zielfahndern des Bayerischen Landeskriminalamtes sei ein 29-jähriger Rumäne in der spanischen Hafenstadt Alicante festgenommen worden. Er wurde Ende August durch die spanischen Behörden ausgeliefert und von Ermittlern der Kriminalpolizeiinspektion Augsburg nach Deutschland geholt. „Der Mann war Mitglied einer vierköpfigen rumänischen Gruppierung, die für insgesamt 26 Wohnungseinbrüche von Dezember 2015 bis September 2016 im Bereich Nordschwaben und Rottweil in Baden-Württemberg verantwortlich gemacht wird“, heißt es vonseiten der Polizei.

Ebenfalls in Spanien erfolgte im September die Festnahme eines 23-jährigen Albaners. Ihm werde vorgeworfen, als Mitglied einer albanisch-rumänischen Gruppierung im Januar und Februar dieses Jahres an mehreren Einbrüchen im süddeutschen Raum beteiligt gewesen zu sein. Auch der nordschwäbische Bereich war mit 16 Fällen hiervon betroffen.

Im Frühjahr und Sommer verübten Unbekannte insgesamt 19 Wohnungseinbrüche im südlichen Landkreis Augsburg sowie im Raum Dachau. Diese Taten ordnet die Polizei einer fünfköpfigen moldawischen Tätergruppe zu. Ein 26-jähriges Mitglied nahmen die Beamten im September 2017 im portugiesischen Lissabon fest.

Bei der vierten Gruppierung handle es sich um albanische Staatsangehörige, denen im Bereich Schwaben Nord in den Jahren 2016 und 2017 insgesamt 15 Wohnungseinbrüche zur Last gelegt werden. In Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei München, Rosenheim und Waiblingen in Baden-Württemberg konnten zwei 26 und 29 Jahre alte Albaner ermittelt und im Oktober festgenommen werden.

Insgesamt befänden sich nun elf Verdächtige aus allen Gruppierungen in Untersuchungshaft. Gegen vier Beschuldigte hat die Staatsanwaltschaft Augsburg bereits Anklagen zum Landgericht Augsburg erhoben. Zwei von ihnen hat das Gericht zwischenzeitlich bereits zu Gesamtfreiheitsstrafen von vier Jahren und zehn Monaten beziehungsweise zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.
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