Sicheres Leben hier: Polizeipräsidium stellt Kriminalstatstik für 2016 vor

Die Polizei in Nordschwaben ist 2016 auch ein Stück weit moderner geworden: Sie nimmt teil an einem Test sogenannter Bodycams, mit denen Einsätze gefilmt werden können. Foto: Janina Funk

Weniger Straftaten und eine hohe Aufklärungsquote: Hinter der Polizei in Nordschwaben liegt ein ereignis-, aber auch erfolgreiches Jahr 2016. Entsprechend positiv fällt die Kriminalstatistik aus.

"Die Themen Terror und Amok haben im vergangenen Jahr die Schlagzeilen beherrscht", macht Polizeipräsident Michael Schwald deutlich, dass im vergangenen Jahr die Polizei vieles neu denken musste. Doch bei allem Schock, den die Ereignisse in Würzburg, München, Ansbach und Berlin verursacht haben: Für das langfristige Sicherheitsgefühl seien die Delikte der allgemeinen Kriminalität entscheidender. Umso erfreulicher, dass hier die Zahlen nach unten gehen:

Zahlen und Statistik


Im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Nord, zu dem neben der Stadt Augsburg die Landkreise Aichach-Friedberg, Augsburg, Donau-Ries und Dillingen gehören, wurden im Jahr 2016 42 826 (2015: 46 267) Straftaten erfasst, allerdings sind darin auch Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz enthalten, die somit die Aussagekraft der Statistik verzerren. Um einen belastbaren Vergleich zu ermöglichen, legte das Präsidium Schwaben Nord deshalb für das Jahr 2016 eine um die Zahl der ausländerrechtlichen Verstöße bereinigte Statistik vor. Auch hier konnte mit 39 707 Fällen ein leichter Rückgang um 0,1 Prozent (49 Fälle) verzeichnet werden. "Das ist der niedrigste Stand seit 2007! Auch wenn es sich nur um einen minimalen Rückgang handelt, ist Nordschwaben damit die einzige Region Bayerns, in der die Zahl der um ausländerrechtliche Delikte bereinigten Straftaten sinkt", erklärt Schwald.

Eine wichtige Kennzahl der Kriminalitätsstatistik ist die Häufigkeitszahl. Sie gibt an, wie viele Straftaten pro 100 000 Einwohner verübt wurden. Für Schwaben Nord sind das (bereinigt) 4467 (2015: 4534). Bayernweit liegt die Zahl bei 4785.

Weiterhin den Spitzenplatz in Bayern und vermutlich auch in ganz Deutschland belegt die nordschwäbische Polizei mit ihrer Aufklärungsquote: In 67,9 Prozent aller Fälle konnte der Täter ermittelt beziehungsweise die Straftat geklärt werden.

Rauschgift: Mehr Täter und mehr Tote


Eine traurige Entwicklung verzeichnet die Polizei im Bereich der Rauschgiftkriminalität. Hier stiegen die Fallzahlen um 462 auf insgesamt knapp 3000 (2015: 2461). Marco Böck, Leiter des Sachgebiets Kriminalitätsbekämpfung, erinnert daran, dass es sich freilich um Kontrolldelikte handle und wenn etwa ein Drogenhändler geschnappt werde, dann ziehe das eine ganze Reihe von weiteren Fällen nach sich - "wie bei Dominosteinen", erklärt Böck. Allerdings ist auch die Zahl der Drogentoten im Präsidiumsbereich wieder deutlich angestiegen. 42 Menschen (2015: 31) starben 2016 infolge ihres Rauschgiftkonsums, 25 davon allein in Augsburg. Das Durchschnittsalter lag bei 37,5 Jahren.

Erfolge bei Diebstahlprävention


Weil Wohnungseinbrüche besonders nachhaltig das subjektive Sicherheitsgefühl beeinträchtigen, war dieser Deliktsbereich auch 2016 ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit im Präsidiumsbereich - und das mit Erfolg: Die Zahl der registrierten Einbrüche sank um 91 Fälle auf insgesamt 550. Dabei setzte die Polizei auch auf verstärkte Präsenz. Mit Einheiten der Bereitschaftspolizei - uniformiert und zivil - kontrollierten die Beamten an bisherigen Einbruchsschwerpunkten, insbesondere im "Speckgürtel" um Augsburg. "Das hatte sicher auch eine abschreckende Wirkung", ist Böck überzeugt. Bemerkenswert erscheint in diesem Zusammenhang, dass es in 43,1 Prozent aller Einbrüche beim Versuch blieb. Das habe mit einer verbesserten Sicherheitstechnik der Häuser zu tun, so Böck. Aber auch mit einer wachsamen Nachbarschaft. "Wenn Sie etwas bemerken, wählen Sie die 110", appelliert Böck.

Schwald und Böck blicken mit einer gewissen Zufriedenheit auf das vergangene Jahr zurück: "In Nordschwaben leben, heißt sicher leben", ist ihre Kernbotschaft aus der Kriminalstatistik für 2016.
(Von Markus Höck)
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