Sicherheitsverwahrung für Geiselnehmer rechtskräftig

Die künftige Sicherheitsverwahrung für einen Geiselnehmer wurde nun rechtskräftig. (Foto: 3178432_©tom_u-123rf.de)
Der Bundesgerichtshof hat nun die Revision gegen ein Urteil des Landgerichts Augsburg verworfen, das einen Straftäter wegen Aufsehen erregender Straftaten zu Freiheitsstrafen von insgesamt neun Jahren und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt hatte.

Die für Betäubungsmittelstraftaten zuständige 1. Strafkammer des Landgerichts Augsburg hatte sich im Juni 2015 unter Vorsitz von Claus Pätzel fünf Tage lang mit dem nicht alltäglichen Fall auseinandergesetzt.

Der inzwischen 42-jährige Verurteilte war wegen Handeltreibens mit 2000 Ecstasy-Tabletten und vier Kilogramm Marihuana in Augsburg in den Jahren 2012 und 2013 sowie wegen Einbruchsdiebstahls und Geiselnahme verurteilt worden.

Den Schwerpunkt der Verurteilung bildete ein brutaler Überfall unter Einsatz einer Maschinenpistole, der sich Anfang Juli 2014 in Manching abgespielt hat. Der Verurteilte hatte sich mit der geladenen Maschinenpistole in die Wohnung eines 36-Jährigen begeben und wollte diesen dazu bringen, ihm die Wohnung zu überlassen.
Dies sollte eine Entschädigung sein, denn der Geschädigte hatte den 42-Jährigen zuvor mit einer Zeugenaussage belastet. Dieser Forderung versuchte er mit Klebebändern und Elektrokabeln Nachdruck zu verleihen. Damit fesselte er sein Opfer an einen Heizkörper und bedrohte es mit der Maschinenpistole. Er wolle dem 36-Jährigen die Füße wegschießen oder ihn umlegen, drohte er. Schließlich knebelte er ihn mit Paketklebeband, um die Wohnung für einige Stunden verlassen zu können. Dem Geschädigten gelang es jedoch nach einer Weile, den Knebel zu lösen und um Hilfe zu rufen. Zwei Nachbarn konnten ihn schließlich befreien.

Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs war vor allem deshalb mit Spannung erwartet worden, weil die Kammer mit ihrer Entscheidung rechtliches Neuland betreten hatte, indem sie trotz der Unterbringung in einer Entziehungsanstalt noch die Sicherungsverwahrung angeordnet hatte.

Dies hat der Bundesgerichtshof offensichtlich als zulässigen Weg angesehen. Die Hoffnung, ein Straftäter werde nach erfolgreicher Therapie keine gleichartigen Straftaten mehr begehen, hindert nicht die Verhängung der Sicherungsverwahrung, wenn der Verurteilte zum Zeitpunkt des Urteils als gefährlich eingestuft wird.
Mit der Entscheidung des Bundesgerichtshofs ist das Urteil nun rechtskräftig.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.