Staatsanwaltschaft klagt wegen Versicherungsbetrugs an

Im Oktober 2014 explodierte in Augsburg ein Ferrari und brannte vollständig aus. Nun klagt die Staatsanwaltschaft vier junge Männer wegen Versicherungsbetrugs an. Foto: Polizeipräsidium Schwaben Nord

Wegen gemeinschaftlichen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und versuchten Versicherungsbetrugs erhebt die Staatsanwaltschaft nun Anklage gegen vier junge Männer. Der Fall des im Oktober 2014 explodierten Ferraris landet damit nun vor dem Amtsgericht Augsburg.

Angeklagt sind vier Männer im Alter zwischen 19 und 29 Jahren, drei mit Wohnsitz in der Schweiz, einer in Serbien. Vorgeworfen wird den Männern gemeinschaftliches Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und versuchter Versicherungsbetrug bzw. Anstiftung und Beihilfe hierzu.

Der 19-jährige Angeschuldigte soll mit dem 25-jährigen Angeschuldigten und einem 22-jährigen anderweitig verfolgten Schweizer vereinbart haben, seinen im März 2014 für 285 000 Schweizer Franken erworbenen Ferrari, Typ 458, in Brand zu setzen bzw. setzen zu lassen, um die Versicherungssumme für das Fahrzeug ausbezahlt zu bekommen. Da der Ferrari mit einer Zeitwertzusatzversicherung abgesichert worden war, wäre so gegenüber einem eigentlich zunächst geplanten Verkauf (Zeitwert im Oktober ca. 190 000 Schweizer Franken) ein finanzieller Vorteil von rund 100.000 Schweizer Franken erzielt worden.

Der 25-Jährige soll für das Anwerben der 22- und 29-jährigen Mittäter 5000 Schweizer Franken erhalten haben. Diese sollen dafür, dass sie den Ferrari in Brand setzen, vorab 10.000 Schweizer Franken erhalten haben.

In Umsetzung des Tatplanes hätten sich die Angeschuldigten Ende Oktober mit insgesamt drei Fahrzeugen nach Augsburg begeben. Der 19-jährige und der 25-jährige Angeklagte hätten sich, nachdem sie den Ferrari auf einem schwer einsehbaren leeren Parkplatz abgestellt hatten, in einen Club begeben. Auf diese Art wollten die beiden für die Tatzeit ein Alibi vorweisen können.

Währenddessen sollen die beiden 22- und 29-jährigen Angeschuldigten das Fahrzeug kurz nach 23 Uhr mit einem Benzin-Nitro-Gemisch, das sie in das Fahrzeuginnere geschüttet haben sollen, so in Brand gesetzt haben, dass der Ferrari explodierte und vollständig ausbrannte.

Gegen den 19-Jährigen, der bereits im November 2014 den Schaden bei seiner Versicherung geltend machte, und den 25-jährigen Mitangeschuldigten wurden die Haftbefehle außer Vollzug gesetzt. Die beiden weiteren Mitangeschuldigten befinden sich seit Ende Februar in Untersuchungshaft.

Das Strafgesetzbuch sieht für das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion eine Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu 15 Jahren, für Betrug mit einem Vermögensverlust großen Ausmaßes von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vor. Diese Strafrahmen können bei einer versuchten Straftat und müssen bei Beihilfe zu einer Tat gemildert werden. Ein Anstifter wird jedoch wie ein Täter bestraft.

Termine zur Hauptverhandlung wurden noch nicht festgesetzt.
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