Sturz auf nasser Treppe: Gericht spricht Mieter Schmerzensgeld zu

Ein Sturz auf der nassen Treppe eines Mietshauses beschäftigte das Augsburger Amtsgericht. (Foto: 3178432_©tom_u-123rf.de)

Der Sturz eines Mannes auf der nassen Treppe eines Mietshauses beschäftigte vor Kurzem das Augsburger Amtsgericht.

Es gehört zu den Sorgfaltspflichten einer Reinigungsfirma, dass nach der Nassreinigung eines Treppenhauses für den Schutz der Anwohner gesorgt wird. Einen solchen Schutz ließ eine Reinigungsfirma in einem Mietshaus in Augsburg-Oberhausen vermissen. Nach der Reinigung wurde die Steintreppe rutschig hinterlassen.

Der Kläger, ein Mieter des Hauses, stürzte im Mai 2014 auf der Treppe und brach sich den Oberarm. Da die Reinigungsfirma außergerichtlich jedes Verschulden von sich wies, verklagte der Mieter die Firma im November 2014 auf Zahlung eines Schmerzensgelds.

Das Amtsgericht Augsburg, Zivilgericht, verurteilte die Reinigungsfirma zur Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 2000 Euro. Kläger und Reinigungsfirma stritten vor Gericht, ob die Treppe tatsächlich noch nass und rutschig oder doch bereits abgetrocknet war. Die Reinigungsfirma argumentierte, dass den Kläger ein Mitverschulden treffe. Wenn der Kläger die Gefahr erkannt hätte, dann hätte er nicht heruntergehen dürfen.

Das Gericht kam nach der Beweisaufnahme zu der Erkenntnis, dass die Treppe noch rutschig war. Das Gericht stützte sich dabei im Wesentlichen auf die Zeugenaussage einer anderen Mieterin. Diese berichtete vor Gericht, dass sie an dem besagten Tag ebenfalls ausgerutscht sei. Sie habe einen Sturz aber gerade noch verhindern können. Das Gericht befand , dass es dem Mieter nicht zugemutet werden könne, auf das Abtrocknen der Treppe zu warten. Auch auf einer noch nassen Treppe müsse das vorsichtige Verlassen eines Hauses möglich sein. Da sich der Kläger an dem Geländer haltend herabbewegte, rechnete das Gericht ihm kein Mitverschulden an dem Sturz an.

Die Entscheidung des Amtsgerichts ist rechtskräftig, nachdem die Reinigungsfirma die zunächst eingelegte Berufung zurückgenommen hat. (pm)
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