Terror aus Augsburg

17-jährige Fatma aus Augsburg schließt sich den IS-Kämpfern in Syrien an. Foto: Symbolbild: Christoph Maschke

Die Geschichte von Fatma B. beginnt im Bismarckviertel - und endet vorläufig in Syrien an der Seite eines Dschihadisten. Die junge Frau aus Augsburg hat im Kampfgebiet des IS geheiratet und gehört nun zum Islamischen Staat. Sollte Fatma B. zurückkommen, könnte dies gefährlich werden.

Die 17-jährige Fatma B. aus Augsburg gilt als "Gefährderin" und ist im Visier von Polizei und Staatsanwaltschaft. Nach Erkenntnissen deutscher Sicherheitsbehörden haben bisher rund hundert Frauen aus der Bundesrepublik den Weg in die Kampfzone angetreten. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe. Auch eine Gruppe von Frauen aus Augsburg soll in den Bann der radikalen Islamisten geraten sein.

Für Fatma B. ist es bereits der zweite Aufenthalt in Syrien. Schon Ende 2013 reiste sie ins Kampfgebiet. Sie lebte in der Nähe der Stadt Latakia im sogenannten "Deutschen Haus", einem Anlaufpunkt für deutsche Islamisten. Ihr Vater und die Schwester konnten sie damals überzeugen, nach Augsburg zurückzukehren. Die Rückkehr meldete sie bei der Polizei vorher an, um keine Probleme bei der Einreise zu bekommen. Doch inzwischen hat sich die junge Frau erneut nach Syrien abgesetzt. Fatma B.s verzweifelter Vater gibt dem deutschen Staat eine Mitschuld an dem Schicksal seiner Tochter. Gegenüber dem "Spiegel" sagt er: "Was ist das für ein Land, in dem ein minderjähriges Mädchen ohne Erlaubnis ausreisen darf?" Von der westlichen Welt abgewandt hatte sich Fatma B. schon länger. Bereits mit 16 Jahren wollte sie einen Dschihadisten heiraten, den sie im Internet kennengelernt hatte. Die Eltern verhinderten dies. Zwar sind es meist junge Männer, die ausreisen, um sich den Terroristen anzuschließen, doch es werden auch immer wieder Fälle von jungen Frauen bekannt. Die Frauen sind auch deswegen im Kriegsgebiet begehrt, da sie dem Kalifat Nachwuchs gebären und sich um den Haushalt kümmern.

Vereinzelt kämpfen die Frauen auch an den Waffen. So zog etwa die Konvertitin Andrea B. aus Immenstadt im Allgäu in den Krieg. Nach ihrer Rückkehr wurde sie verhaftet. Ihr soll der Prozess gemacht werden.

In Augsburg gilt die salafistische Szene als klein und nicht gewaltbereit. Es gebe wenige Islamisten aus dem Großraum, sagt Bernd Waitzmann, Sprecher der Augsburger Polizei. Genaue Zahlen möchte er in einem derart sensiblen Bereich jedoch nicht herausgeben. Ein "weißer Fleck auf der Landkarte" sei Augsburg aber nicht. Eine Spezialeinheit beschäftigt sich mit dem Extremismus. Die "Gefährder" werden von der Polizei überwacht, etwa durch verdeckte Observation und Telefonüberwachung, erklärt Waitzmann.

Eine konkrete Terrorgefahr gebe es in Augsburg nicht, aber: "Vollkommen ausschließen kann man so etwas nie."
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