Teure Schnäppchen im Netz: Verbraucherzentrale Augsburg zieht Jahresbilanz

Wenige Tasten- und Mausklicks, schon schnappt die Falle zu: Die Verbraucherzentrale in Augsburg hilft unter anderem, indem sie ihre Klienten dabei unterstützt, sich juristisch gegen Internet-Abzocke zu wehren. Sie gibt auch präventive Tipps. (Foto: everythingpossible,123rf.de)
Es passiert ganz schnell: Das extrem günstige Angebot einer Designer-Handtasche lockt im Internet. Mit wenigen Klicks ist das schicke Teil gekauft und per Vorauskasse bezahlt – die Falle ist zugeschnappt. Denn in diesem Beispiel bekommt der Verbraucher die Ware entweder gar nicht oder in minderer Qualität zugesendet. Er ist auf einen sogenannten Fakeshop hereingefallen; und das vermeintliche Schnäppchen kommt ihn plötzlich teuer zu stehen.

Derlei Betrügereien sind der Verbraucherzentrale Augsburg nur allzu vertraut, wie Laura Rossing und Hans Werner Ziegler in ihrem Jahrespressegespräch erklären.
Im Sektor Markt und Recht stellen diese Fakeshops im Internet eines der größten Probleme dar. Sie sind augenscheinlich normale Online-Geschäfte mit unauffälliger Aufmachung. Die Masche dieser gefälschten Einkaufsmöglichkeiten sei laut Rossing manchmal schwer zu durchschauen. Hauptsächlich verkaufen diese vermeintlich seriösen Läden Smartphones und Mode – und das zu schier unglaublich günstigen Preisen. Um der Gaunerei entgegenzuwirken, empfiehlt Rossing, immer darauf zu achten, ob ein Impressum auf der Seite zu finden ist, und zu überprüfen, wem die Domain der Internetseite gehört.

Nicht von Kundenbewertungen blenden lassen

Auch solle man sich von positiven Kundenbewertungen nicht blenden lassen. „Die können immer gefälscht sein“, warnt die Expertin. Wenn aber die sogenannte https-Marke vor der Internetadresse fehlt, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass die Datenübertragung weniger sicher ist. Um dies festzustellen, empfiehlt Rossing die Webseite www.denic.de.

Außer den Fallen, die im Internet lauern, gebe es laut den Beratern noch weitere Sorgenfelder. Insbesondere drei Bereiche sind von den Verbrauchern häufig nachgefragt: Finanzen, Versicherung, Altersvorsorge sowie Telekommunikation.

Überwiegend der Finanzsektor bereite den Kunden oftmals Kopfzerbrechen: Bausparverträge seien nämlich nicht unbedingt verbraucherfreundlich. Denn wie der Bundesgerichtshof im Februar entschied, dürfen Altverträge, die nach zehn Jahren als zuteilungsreif gelten, mit sechs monatiger Frist gekündigt werden. Diese Verträge werden zunehmend mit Begründungen wie „Störung der Geschäftsgrundlage“ oder „Kündigung aus wichtigem Grund“ aufgelöst. Für die Kunden sei dies, wie Ziegler feststellt, freilich äußerst ärgerlich.

Verträge genau prüfen

Den Beratern der Verbraucherzentrale Augsburg ist außerdem aufgefallen, dass das Interesse im Bereich der Altersvorsorge zunimmt. Gerade in puncto private Pflegezusatzversicherung, denn die sei für die meisten im Alter ein absolutes Muss. Deswegen ist es laut Ziegler wichtig, seine Verträge genau zu prüfen. „Leicht kann es passieren, dass der Verbraucher unterversichert ist“, moniert der Jurist. Nicht selten seien die Kunden erst ab dem Pflegegrad drei versichert.

Den dritten Pflegegrad erreichen aber, wie die Stiftung Warentest bestätigt, nur die Wenigsten bis zur Antragsstellung. Deshalb sei es umso wichtiger, dass die Betroffenen schon ab Pflegegrad eins versichert seien und sich nicht, wie die Experten in diesem Fall empfehlen, noch nach- oder neuversichern müssen.

Ein auf jedes Sorgenpflaster anwendbares „Gegenmittel“ gebe es laut Rossinger und Ziegler nicht. Jedoch könne jeder, der auch nur etwas kritisch hinterfragt, bereits negative Erfahrungen vermeiden.

Wer zusätzlichen Rat braucht, kann sowohl einen Termin in der Verbraucherzentrale im Internet unter www.verbraucherzentrale-bayern.de, als auch per Telefon unter 089/55 27 94-0 ausmachen.
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