Tierquäler misshandelt Stute mit einer Schaufel

Ein Tierquäler hat vergangene Woche eine Haflinger-Stute mit einer Schaufel misshandelt. Foto: © milinz - 123rf.de/Symbolbild

Schock für Pferdebesitzer: Im Raum Augsburg hat ein Tierquäler zugeschlagen. Der Unbekannte misshandelte eine Haflinger-Stute in einem Stall in Bonstetten (Landkreis Augsburg) und verletzte das Tier mit einer Schaufel schwer.

Carolin Thalhofer ist fassungslos: "Man ist in seinem eigenen Stall nicht mehr sicher." Als sie am Donnerstagmorgen vergangener Woche ihren Stall aufsuchte, entdeckte sie das verletzte Tier. Die Stute blutete stark. Thalhofer verständigte die Besitzerin und einen Tierarzt, alarmierte auch die Polizei.

Später rekonstruieren die Ermittler, dass der Tierquäler im Zeitraum von Mittwochnachmittag, 15.45 Uhr, bis Donnerstagmorgen, 6.15 Uhr, in den Reitstall eingedrungen sein muss. Mit einer Schaufel schlug er auf das Pferd ein und stach es mit dem abgebrochen Stil in den Bauch. "Im Euterbereich", präzisiert Bernhard Heimann, Chef der zuständigen Polizeiinspektion Zusmarshausen. An den Genitalien weist die misshandelte Stute mehrere Hämatome auf.

Die Wunden sind nicht lebensgefährlich. Der Tierarzt versorgte die äußeren Verletzungen. Doch das Tier leidet noch immer unter dem Angriff. Die Stute wirke verstört, regelrecht depressiv, beschreibt Thalhofer.

Die 27-jährige Pferdeliebhaberin hat in ihrem Stall zwei eigene Tiere und zwei Pferde anderer Besitzer untergestellt. Der Stall liegt zwar am Ortsrand, aber "nicht abgelegen", wie Thalhofer betont. Direkt gegenüber gebe es einen Nachbarn. In der direkten Umgebung sind es insgesamt sechs Pferdeställe.

Die Angst ist groß, dass der Tierquäler noch ein weiteres Mal zuschlägt. Thalhofer habe alles an Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, was eben möglich sei. Was genau sie unternommen hat, möchte Thalhofer nicht verraten. Doch sie empfiehlt auch anderen Pferdebesitzern, ihre Ställe sicherer zu machen. Hunde und Gänse seien gute Alarmanlage, empfiehlt sie. Besonders sollten auch die Nachbarn der Ställe informiert werden, damit diese zusätzlich ein wachsames Auge auf die Geschehnisse rund um die Tiere hätten.

Derweil laufen die Ermittlungen der Polizei. "Die Kriminalpolizei untersucht die beschlagnahmte Schaufel nach Spuren", bestätigt Inspektionsleiter Heimann. Ansonsten setzen die Ermittler auf Zeugen, die sich unter Telefon 08291/18 90 00 melden sollen. Thalhofer selbst hofft insgeheim, dass der Unbekannte bei seiner Tat verletzt wurde und ihn diese Verletzung verraten könnte.

Angst vor einem
Serientäter

Die Sorge vor einem Serientäter ist nicht unbegründet. Im Juni 2012 hatte ein Tierquäler in der Landkreisgemeinde Adelsried, nur gut zwei Kilometer vom jetzigen Tatort entfernt, mehrmals eine Stute angegriffen. Er verletzte das Tier mit Schnitten im Genitalbereich. Im gleich Jahr, allerdings im Februar und im April, hatte ein Tierquäler im 13 Kilometer weiter westlich gelegenen Hennhofen eine Stute schwer misshandelt. (
Von Markus Höck)
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