Trotz 1300 kinderpornografischer Dateien: Linus Förster bestreitet vor Gericht pädophile Neigungen

Linus Förster muss sich seit Montag in Augsburg vor Gericht verantworten. (Foto: David Libossek)

Linus Förster steht seit Montagvormittag in Augsburg vor Gericht. Er muss sich unter anderem wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs und des Besitzes von kinderpornografischen Dateien verantworten. Der ehemalige Landtagsabgeordnete hat wie angekündigt im Wesentlichen gestanden.

Förster, der in Handschellen in den Gerichtssaal geführt wurde, ließ seinen Anwalt ein Geständnis verlesen. Einer der ihm vorgeworfenen Missbrauchsfälle sei jedoch aus seiner Sicht anders verlaufen, als in der Anklageschrift geschildert.

Zu den rund 1300 kinderpornografischen Dateien, die bei Durchsuchungen seiner Wohn- und Büroräume gefunden wurden, äußerte sich der frühere Jugendpolitische Sprecher der SPD ebenfalls. Er habe "keinerlei pädophile Neigungen", ließ er seinen Anwalt verlesen.

Förster: Kinderpornos nicht gespeichert, um sie anzuschauen

Er könne sich nicht erklären, warum er die Bilder und Videos heruntergeladen habe. Und gespeichert habe er sie derart detailliert, weil es seine Art gewesen sei, alles zu archivieren. Förster habe sie keinesfalls immer wieder ansehen wollen.

Die Anklage gegen Linus Förster lautet auf schweren sexuellen Missbrauch widerstandsunfähiger Personen, Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen, vorsätzliche Körperverletzung, versuchte Nötigung sowie den Besitz kinderpornografischer Schriften. Den Vorsitz hat Richter Lenart Hoesch, der unter anderem auch den Prozess um den pädophilen Kinderarzt Harry S. führte. Bislang sind fünf Verhandlungstage angesetzt, 17 Zeugen sind geladen, ein Urteil könnte bereits am 29. September fallen. Im Höchstfall drohen dem ehemaligen Landtagsabgeordneten 15 Jahre Haft. (kd/lib)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.