Überfall auf Total-Tankstelle vereitelt: Warum die Polizei den jungen Kassierer kritisiert

Die Polizei konnte den Täter dank des mutigen Eingreifens des Kassierers der Total-Tankstelle vor Ort festnehmen. (Foto: Christian Müller 123rf.com)

Ein Überfall auf die Total-Tankstelle am Leonhardsberg in Augsburg ist am späten Donnerstagabend gescheitert. Der Kassierer hatte erkannt, dass die Waffe keine echte war.



Kurz nach 23 Uhr betrat ein mit einem Tuch maskierter Täter den Verkaufsraum der Total-Tankstelle am Leonhardsberg, bedrohte den 18-jährigen Kassierer mit einer Faustfeuerwaffe und forderte Geld.

Kassierer hält Räuber fest

Der 18-Jährige ließ sich aber davon keineswegs einschüchtern, vor allem weil er erkannte, dass er offenbar mit einer Soft-Air-Waffe bedroht wurde. Stattdessen löste er den Überfallalarm aus, überwältigte den Täter und hielt ihn fest, bis die Polizei eintraf.

Der Räuber, ein 22-jähriger syrischer Asylbewerber, der seit zwei Jahren in Augsburg ansässig und bislang noch nicht polizeilich in Erscheinung getreten ist, wurde anschließend in den Polizeiarrest eingeliefert.

"Handeln des Kassierers durchaus kritisch zu sehen"

Bei seiner Vernehmung durch die Kripo Augsburg räumte er die Tat ein und gab als Motiv Geldnot zu Protokoll. Nach den weiteren kriminalpolizeilichen Maßnahmen wird er noch am Freitag dem Ermittlungsrichter zur Prüfung der Haftfrage vorgeführt.

"Die Handlungsweise des jungen Kassierers mag berechtigterweise zunächst zwar mutig erscheinen, ist aus polizeilicher Sicht im Hinblick auf die Selbstgefährdung aber auch durchaus kritisch zu sehen, ohne dabei das couragierte Einschreiten des 18-jährigen schlecht reden zu wollen", tadelt die Polizei in ihrem Pressebericht.
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