Unfall im Fahrsicherheitszentrum

Wer sorgt für die Sicherheit beim Fahrsicherheitstraining? Diese Frage beschäftigte jetzt das Amtsgericht Augsburg. Foto: Giancarlo Tosto

Ein Fahrsicherheitstraining ist sinnvoll zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Nur wer sorgt für die Sicherheit beim Fahrsicherheitstraining? Diese Frage beschäftigte jetzt das Amtsgericht Augsburg.

Der Kläger, ein Geschäftsmann aus München, kam mit seinem BMW beim Versuch einer Wasserfontäne auszuweichen ins Schleudern und erst in der angrenzenden Bepflanzung zum Stillstand.

Den Schaden am Auto in Höhe von fast 1700 Euro verlangte der Kläger von dem Augsburger Veranstalter ersetzt.

Der Veranstalter hafte aus verschiedenen Gründen, argumentierte der Kläger vor Gericht. Die Auslaufzone sei zu schmal, die Einweisung in die Übung sei unzureichend und die zugelassene Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometer ür die Übung zu hoch gewesen.

Der Kläger hafte für seinen Schaden selbst, entgegnete der Veranstalter. Zum einen habe der Kläger einen Haftungsausschluss für durch leichte Fahrlässigkeit verursachte Sachschäden unterschrieben, zum anderen sei die Auslaufzone ausreichend breit und die Einweisung deutlich gewesen. Auch die zugelassene Geschwindigkeit sei nicht zu hoch gewesen. Der Kläger habe zu spät und dann auch nicht richtig, also mit vollem Anschlag, gebremst. Gerade das richtige Bremsen sei noch in der Übung vorher trainiert worden.

Der Kläger verlor den Rechtsstreit. Der Haftungsausschluss für Sachschäden war wirksam, urteilte das Amtsgericht Augsburg. Der Veranstalter haftet daher nur für Sachschäden aus grober Fahrlässigkeit und Vorsatz. Fehlverhalten des Veranstalters konnte der Kläger vor Gericht nicht beweisen.

Nach Anhörung andere Teilnehmer und der Fahrtrainer kam das Gericht zu dem Ergebnis, dass die Auslaufzone ausreichend bemessen war. Auch die Einweisungen durch die Fahrtrainer seien nicht zu beanstanden gewesen.

Nachdem der Kläger auch nicht beweisen konnte, dass er rechtzeitig und richtig gebremst hat, musste sich das Gericht nicht mehr mit der zugelassenen Geschwindigkeit beschäftigen. Das Urteil ist rechtskräftig.
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