Unwetterbilanz - "So heftig war's noch nie"

Das gestrige Unwetter hat die Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW im Landkreis Augsburg nahezu die ganze Nacht in Atem gehalten. Mehr als 700 Helfer beseitigten die Schäden, die Sturm und Regen am späten Donnerstagnachmittag verursacht hatten. Insgesamt gingen zwischen 17 und 21 Uhr rund 2600 Notrufe allein bei der Integrierten Leitstelle ein. Feuerwehrleute berichteten, sie hätten Schäden in diesem Ausmaß noch nie erlebt.

Schlimmste Folge des Unwetters war ein herumwirbelndes Metalldach in Steppach, welches durch die starken Sturmböen in mehrere Wohnhäuser geschleudert wurde. Personen kamen dabei nicht zu Schaden, ein Gebäude jedoch wurde schwer beschädigt und ist akut einsturzgefährdet.
Weitere Dächer, beispielsweise in Stadtbergen und Hainhofen, wurden durch den Wind abgedeckt und von den Feuerwehren provisorisch mit großen Planen abgedichtet.

Außerdem entwurzelte der Wind unzählige Bäume in der Region, wodurch Straßen blockiert und Stromoberleitungen beschädigt wurden. Zeitweise fiel in mehreren tausend Haushalten für mehrere Stunden der Strom aus. Straßenlaternen knickten um wie Streichhölzer, Fahrbahnen waren überflutet, Unterführungen vollgelaufen, Keller und Tiefgaragen standen unter Wasser.

Nach dem heftigen Gewitter am späten Nachmittag beruhigte sich das Wetter in den Abendstunden ein wenig, doch gegen 1.45 Uhr gewitterte es erneut. Der Deutsche Wetterdienst rechnete mit bis zu acht Windstärken im Laufe der Nacht, weitere extreme Folgen blieben jedoch aus.

Die Führungsgruppe Katastrophenschutz im Landratsamt Augsburg koordinierte den Einsatz der Landkreis-Hilfskräfte und sorgte in Zusammenarbeit mit der Gersthofer Feuewehr gegen 2.30 Uhr sogar noch für Verpflegung für 150 Mann.

Die Aufräumarbeiten werden auch am heutigen Tag weiter andauern, da einige betroffene Bereiche wegen der schlechten Sicht in der Nacht nicht bearbeitet werden konnten. Deshalb ist auch der öffentliche Nahverkehr zum Teil noch stark eingeschränkt. Es kommt in weiten Teilen der Region zu Verspätungen und Zugausfällen. Häufig muss auf den Schienenersatzverkehrs ausgewichen werden. Fahrgäste werden gebeten sich vor Reiseantritt über ihre Verbindung zu informieren.
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