Urteil im Polizistenmord-Prozess: Lebenslange Haft für Raimund M.

Raimund M. im Februar 2013 - umringt von Polizisten und seinen Anwälten. Foto: Archiv/Annette Liebmann

Noch bevor das Urteil im Polizistenmordprozess gesprochen wurde, war die Aufregung groß. Die Verteidiger des Angeklagten verzichteten auf inhaltliche Plädoyers und warfen dem Landgericht Augsburg ein unfaires Verfahren vor. Das Gericht verurteilte Raimund M. schließlich zu lebenslanger Haft.

Der Augsburger Polizist Mathias Vieth wurde vor fast dreieinhalb Jahren bei einer Verfolgungsjagd erschossen. Nun ist der zweite Mordprozess abgeschlossen.

Vor Gericht verlangte die Verteidigung am Donnerstag zunächst einen Freispruch für den Angeklagten Raimund M. Sie vertrat den Standpunkt, der Ausgang des Prozesses habe von Beginn an festgestanden. Auf ein ausführliches Plädoyer verzichteten die Verteidiger daher und übten stattdessen Kritik am Gericht. Die Richter hätten nach dem Abschluss des ersten Prozesses gegen Rudi R. das zweite Verfahren wegen Befangenheit abgeben müssen, so die Begründung, da bereits in diesem Verfahren Raimund M. als Mittäter benannt worden war.

Die Staatsanwaltschaft forderte für Raimund M. die Höchststrafe: lebenslange Haft mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld und Sicherungsverwahrung. Das Gericht kam dieser Forderung nach, allerdings ohne die Sicherungsverwahrung.

Eine lebenslange Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung hatte im vergangenen Jahr Rudi R., der Bruder des Angeklagten, erhalten. Im ersten Mordprozess war das Verfahren gegen Raimund M. abgetrennt worden, weil er wegen seiner Parkinson-Erkrankung zeitweise verhandlungsunfähig war.

Nach der Urteilsverkündung äußerte sich auch der Präsident des Polizeipräsidiums Schwaben Nord, Michael Schwald: „Ich bin sehr erleichtert, dass das Gericht die feigen und skrupellosen Mörder unseres Kollegen zur einzig angemessenen Strafe verurteilt hat. Von diesen Verbrechern wird in Zukunft hoffentlich nie wieder eine Gefahr ausgehen. Fast dreieinhalb Jahre nach dem abscheulichen und hinterhältigen Verbrechen können die Angehörigen und die Streifenpartnerin von Mathias Vieth nun endlich mit der Aufarbeitung des schrecklichen Geschehens beginnen. Meine Gedanken sind bei der Familie, die seit dem Oktober 2011 mit diesem schweren Schicksal leben muss.“
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