Vater missbraucht Tochter im Ehebett

Der Fall von Kindesmissbrauch ist bereits neun Jahre her, doch die Ehefrau zeigte ihn erst jetzt, im Lauf der Scheidung, an. Damals waren die Taten bereits bekannt, es kam aber nicht zur Anzeige - nur zu einer Therapie für die Eheleute.

In den Jahren 2004 und 2005 hatte der Angeklagte Richard S. laut Staatsanwaltschaft und Anklageschrift seine damals elf-, später zwölfjährige Tochter im Ehebett sexuell missbraucht. Er habe in zwei Fällen die Hand des Mädchens in seine Unterhose geführt, um ihn am eregierten Penis zu berühren. Im dritten Fall sei es zum Oralverkehr gekommen, allerdings ohne Samenerguss. Angezeigt wurde das Verfahren jetzt erst von der Ehefrau des Angeklagten, von der er nun getrennt lebe. Das Scheidungsverfahren laufe.

In seinen Auslassungen vor dem Amtsgericht Augsburg unter Vorsitz von Richterin Elke Bethge gab Richard S. vollumfänglich die Taten zu, dass sie dazu dienten, sich sexuell zu erregen und dass er die Taten bereue. Er wolle Frieden in der Familie haben und auch für sich mit den Vorfällen abschließen. Laut eigenen Aussagen habe er ein gutes Verhältnis zu seiner nun 21-jährigen Tochter.

Zeugen waren zum Gerichtsverfahren keine geladen, denn die Tochter nahm ihr Recht auf Zeugnisverweigerung wahr, habe nach Angabe der Verteidigerin mit den Vorfällen abgeschlossen und wolle damit nichts mehr zu tun haben. Die Ehefrau könne nichts weiter dazu sagen, da sie die Übergriffe nicht mitbekommen haben soll.

Aufgekommen waren die sexuellen Übergriffe schon zeitnah zur Tat in der Schule des Mädchens, daraufhin folgten Therapiestunden für das Ehepaar, das Mädchen verweigerte jedoch eine Therapie. Damals wurde der mehrmalige sexuelle Missbrauch an dem Mädchen nicht angezeigt.

Verurteilt wurde Richard S. nun wegen teils schwerem sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen in drei Fällen zu einem Jahr und neun Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung bei drei Jahren Bewährungszeit und einer Geldstrafe in Höhe von 2400 Euro zugunsten des Deutschen Kinderschutzbundes. Der Angeklagte Richard S. nahm das Urteil an.
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