Verkehrsstatistik 2014: Weniger Unfälle, mehr Tote

Die Polizei Augsburg hat am Dienstag die Verkehrsstatistik für Schwaben für das vergangene Jahr bekannt gegeben. Foto: Symbolbild: Christoph Maschke

Weniger Unfälle, dafür aber mehr Verkehrstote: Diese traurige Bilanz hat am Dienstag die Augsburger Polizei für das vergangene Jahr auf Schwabens Straßen gezogen. Viele Unfälle werden durch Fahranfänger verursacht, die zu schnell dran sind.

Ein Fahrradfahrer wird im Dunkeln von einem Auto angefahren, weil er komplett in schwarz gekleidet ist. In diesem Fall dient die Situation nur als Beispiel für die Polizei, um zu zeigen, dass ein solcher Unfall durch das Tragen einer Warnweste hätte verhindert werden können. Ein solches Experiment zeigten am Montag die Beamten der Polizeiinspektion Schwaben Nord, als sie die Verkehrsstatistik für das vergangene Jahr präsentierten.

Denn laut der kam es im vergangenen Jahr zu 1276 Radfahrunfällen, darunter sieben Mal mit Todesfolge. Alle sieben Opfer trugen keinen Helm - wie auch 75 Prozent aller Radler in Schwaben. Drei der tödlichen Unfälle ereigneten sich in der Nacht, was aber in Anbetracht der Anzahl an nächtlichen Radfahrern doch eine hohe Summe sei, führte einer der Beamten aus.

Leider gibt es nicht nur unter Radfahrern derartige Unfälle. Laut Verkehrsstatistik wurden in Schwaben die Verkehrsunfälle insgesamt kaum weniger, die Verletzten wurden jedoch mehr. Bei insgesamt 24.556 Kollisionen im Jahr 2014 wurden 4674 Menschen verletzt. Im Vorjahr waren es 4545 Verletzte bei 24.563 Unfällen. Auch die Getöteten Personen sind im Vergleich zu 2013 um fünf auf insgesamt 41 gestiegen.

Das erscheint im Jahresvergleich viel, im Zehnjahresvergleich jedoch weist diese Statistik einen Rückgang von 30 Prozent auf.

Die Ursachen für die tödlichen Unfälle waren 2014 hauptsächlich die Missachtung des Rechtsfahrgebots, Geschwindigkeitsüberschreitung, Vorfahrtsmissachtung oder Alkohol. Alle anderen Unfälle wurden größtenteils durch zu geringen Sicherheitsabstand, Vorfahrt und Abbiegen sowie Wenden beziehungsweise Rückwärtsfahren verursacht. Auch aus den Zahlen zu entnehmen ist, dass sich die meisten Unfälle, nämlich 70 Prozent auf Landstraßen ereignet haben.

Dort ist auch die Überschreitung der Geschwindigkeit ein Problem. 15 Prozent der Unfallopfer kamen aus diesem Grund ums Leben. Besonders schlimm war das im laut Polizei "schwarzen Dezember": Allein in diesem Monat fanden neun Menschen auf Schwabens Straßen den Tod. Schockierend ist auch, dass jeder achte Unfalltote ohne Sitzgurt gefahren ist, die Zahlen steigen immer weiter an.

Zu hohes Tempo ist auch die Hauptunfallursache bei Fahranfängern. Dazu kommen noch die Missachtung von Vorfahrtsregeln sowie falsches Abbiegen. 2512 junge Fahrer waren in Unfälle verwickelt, dabei wurden 474 verletzt, drei kamen ums Leben.

Die Polizei bietet nun einige Maßnahmen: In Zukunft soll der Verkehr vermehrt überwacht werden, außerdem wird es erneut einen Blitzermarathon geben. Laut der Polizei sei es wichtig, die Leute mit Hilfe von Aktionen wie "Sicherheit durch Sichtbarkeit" aufzuklären. Beispielsweise kann eine Person, die im Dunkeln schwarz gekleidet ist, bestenfalls 25 Meter vor dem Aufprall erkannt werden.

Der Bremsweg eines Autofahrers in der Nacht beträgt jedoch im Idealfall 26 Meter. Wichtig für die Polizeiarbeit ist auch die sogenannte "Öffentlichkeitsarbeit", also die Verbreitung der Risiken und Maßnahmen durch Medien oder Veranstaltungen in Schulen. Die größte Ablenkungsquelle stellt das Handy dar. Darauf folgen Gespräche mit dem Beifahrer, Essen, Rauchen, Musik,Navigationssysteme sowie Krankheit - und tatsächlich: Schminken.
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