Während sie schlief: 19-Jähriger missbraucht wehrlose Frau

Ein 19-Jähriger hatte Sex mit einer schlafenden Frau. (Foto: 3178432_©tom_u-123rf.de)

Die 18-jährige Sophie K. schlief tief und fest, als Jannick T. (Namen geändert) in ihr Zimmer kam und sich an ihr verging. Im Anschluss begab sich der 19-Jährige, betrunken und ohne Führerschein, auf eine Spritztour mit dem Gabelstapler der Nachbarn und schlug schließlich noch mit einem Stein ein Fenster ein. Gestern musste er sich vor dem Augsburger Amtsgericht verantworten.

„Was war denn los?“, fragte Richterin Ute Bernhard den 19-Jährigen, der wie ein Häufchen Elend auf der Anklagebank saß. Er bestätigte die ihm vorgeworfenen Taten und legte ein Geständnis ab.

Er habe jenen Abend über große Mengen Alkohol und Drogen konsumiert, begann der Angeklagte. Gegen sechs Uhr morgens habe sein Bruder, und zugleich Freund der Geschädigten, die Wohnung der Großeltern verlassen, in der die Geschwister sowie Sophie K. wohnten. Daraufhin sei er in das Zimmer gegangen, in dem K. schlief und habe mit ihr den Geschlechtsverkehr vollzogen. „Ich weiß auch nicht, wie es dazu kam“, schluckte der Angeklagte.

Sie sei nach kurzer Zeit aufgewacht, sei aber zu perplex gewesen, um sich zu wehren, schilderte die Geschädigte. T. hätte das Zimmer sofort nach der Tat verlassen. K. schlief noch einige Zeit weiter, bis nach circa drei Stunden ihr Peiniger ein weiteres Mal ins Zimmer kam. „Er wirkte, als wäre es das Normalste auf der Welt“, sagte K. noch immer schockiert. „Er sagte nur, er würde sich jetzt noch nen Stick drehen und dann zu nem Kumpel gehen.“

Erst als T. auf dem Weg war, habe er realisiert, was er getan hatte und gleich seinen Bruder angerufen, berichtete der Angeklagte. Dieser habe aber zunächst geglaubt, es handle sich um einen Scherz. Als ihm dann allerdings das Opfer dieselbe Geschichte erzählte, habe er ihr geglaubt.

Aus seiner Verzweiflung heraus und mit dem Gedanken, „es sei eh schon alles scheißegal“, ging T. nun, immer noch betrunken, zum Gabelstapler der Nachbarn und begab sich mit diesem auf eine Spritztour. Da der Motor sich jedoch nicht mehr ausschalten ließ, wollte T. die Nachbarn um Rat fragen. Zu diesem Zweck klopfte er mit einem Stein so fest gegen deren Fenster, dass die Scheibe zerbrach.

Neben der Anklage hatten die Taten für den Angeklagten auch privat Konsequenzen. Nachdem rechtliche Schritte eingeleitet wurden, sei es zum Abbruch des Kontaktes zwischen Opfer und Täter gekommen. Auch die Beziehung zu seinem Bruder sei zerbrochen, erzählte T., und K. sei aus der Wohnung der Großeltern ausgezogen.
Als Folge des Übergriffs sei K. an einer Depression erkrankt und müsse nun eine hohe Dosis Medikamente einnehmen. „Die Geschädigte steht vor einem Scherbenhaufen und Sie sind verantwortlich“, sagte Richterin Bernhard.

Das Strafregister des 19-Jährigen umfasste bereits vor dieser Tat sechs Einträge. K. ist das dritte Opfer eines sexuellen Übergriffs des Mannes. Schon als Schüler fiel er durch sexuelle Vergehen auf. Einmal habe er neben seiner 13-jährigen Mitschülerin an seinem Geschlechtsteil herumgespielt und diese aufgefordert, ihm dabei zuzusehen. Vor einer Taxifahrerin onanierte er ebenfalls, nachdem sie seiner Bitte, ihn oral zu befriedigen, nicht nachgekommen war. Zudem griff er ihr an die Brust.

Diese Vorstrafen berücksichtigte die Richterin in ihrem Urteil. Zwei Jahre und vier Monate, ohne Bewährung, lautete die Strafe.

Laura Bongardt
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.