Waffennarr wegen unerlaubten Waffenbesitzes vor Gericht: Angeklagter wollte Waffen an ein Museum spenden

Wegen unerlaubten Waffenbesitz musste sich ein 79-jähriger Rentner nun vor dem Amtsgericht verantworten. (Foto: Symbolbild/Sebnem Ragiboglu-123rf.de)

Eine vollautomatische Maschinenpistole, zwei halbautomatische Pistolen, ein Repetiergewehr, zahlreiche Munition und ein Butterflymesser. All dies wurde bei der Wohnungsdurchsuchung eines 79-Jährigen im November 2016 im Südwestlichen Landkreis Augsburg gefunden. Da der 79-Jährige keine entsprechende Erlaubnis für die aufbewahrten Waffen besaß, musste er sich nun vor dem Amtsgericht Augsburg verantworten.

Vor Gericht sagte der Angeklagte aus, dass er ein Waffenliebhaber sei und deshalb die Waffen nur aufbewahre, ohne damit etwas Kriminelles anzustellen. Er plane außerdem, die Waffen an ein Museum zu spenden, sobald er das 80. Lebensjahr erreicht habe. Hierzu habe der Angeklagte auch schon Kontakt zu einem Museum in München aufgenommen, von dem er aber eine Absage erhalten habe.

Rentner fügt sich Gerichtsbeschluss

Nach einem Rechtsgespräch mit dem Staatsanwalt und dem Verteidiger des 79-Jährigen, ordnete das Gericht an, dass die unerlaubten Gegenstände vollständig eingezogen werden sollen. Der Rentner stimmte dem Beschluss ohne zu zögern zu.
Eine Ausnahme müsse aber gemacht werden, erklärte Richterin Susanne Scheiwiller. Unter den Waffen sei eine Pistole mit der dazugehörigen Munition, welche der Senior für einen Bekannten aufbewahren solle, der unter Suizidgefahr stand. Inzwischen seien allerdings sowohl der Eigentümer der Waffe als auch seine Frau verstorben, weshalb nun die Tochter der beiden entscheiden müsse, was mit der Pistole geschehen soll.

Zustimmung lindert Strafe

Da der Angeklagte mit dem Besitz der Waffen gegen zahlreiche Paragraphen aus dem Waffengesetz verstoßen hatte, gegen ihn aber keine weiteren Vorstrafen vorliegen, verhängte das Amtsgericht eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, ausgesetzt auf eine Bewährungszeit von drei Jahren. Ein weiterer Grund für die geringe Strafe sei, so Scheiwiller, dass der Waffennarr sofort zugestimmt hatte, die Pistolen und Gewehre abzugeben.
Die Waffen werden nun eingezogen. Im Anschluss soll darüber entschieden werden, ob sie in einem neuen Anlauf an ein Museum gegeben oder vernichtet werden. (cg)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.