Würgegriff mit gravierenden Folgen: 58-Jähriger muss sich nach Angriff auf Arbeitskollegen vor Augsburger Amtsgericht verantworten

58-Jähriger muss sich nach Angriff auf 42-jährigen Arbeitskollegen verantworten: Augsburger Amtsgericht urteilt mit Bewährungsstrafe. (Foto: Symbolbild/123rf.de tom_u)

Eine Anklage wegen Körperverletzung – das war für den 58-jährigen Angeklagten, der vor dem Augsburger Amtsgericht stand, nichts Neues. Wie aus seinen Eintragungen im Strafregister hervorgeht, stand er deswegen schon einmal vor Gericht. Dieses Mal wurde ein Arbeitskollege zum Opfer seiner Aggressionen. Im Streit verletzte er den 42-Jährigen so schwer, dass dieser bis heute unter den Folgen leidet.

Grund für die Attacke des 58-Jährigen im Herbst des vergangenen Jahres war ein Streit zwischen den beiden Kollegen. Die Auseinandersetzung begann mit einer verbalen Diskussion auf dem Parkplatz des Betriebes und wurde später im Hinterhof körperlich fortgeführt. Dort gab der angeklagte Vietnamese, welcher vor 20 Jahren nach Deutschland gekommen war, dem Geschädigten mit der Schulter einen starken Stoß gegen dessen Schulter. Aber dem noch nicht genug – darüber hinaus schlug er dem 42-jährigen Betroffenen mit der rechten Hand fest gegen den Hals.

Geschädigter leidet immer noch an Folgen

Ein längeres Würgen konnte zwar nicht nachgewiesen werden, dennoch trug das Opfer ein ausgedehntes Hämatom am Kehlkopf sowie einen Defekt im Bereich des Schildknorpels davon und musste deswegen intensivmedizinisch behandelt und kurzzeitig sogar in ein künstliches Koma versetzt werden. Noch heute könne er manche Worte seiner Muttersprache nicht aussprechen, schildert der 42-jährige Vietnamese vor Gericht. Außerdem leide er an Schluckbeschwerden und den daraus resultierenden Schlafstörungen.

Entschuldigung bei Geschädigten

Seit dem Übergriff bis zur gestrigen Gerichtsverhandlung befand sich der Angeklagte in Untersuchungshaft. Vor Gericht gestand der 58-jährige seinen Fehler und betonte, dass es ihm sehr leid tue und er, wenn er denn könnte, dies alles „unpassiert“ machen würde. Seine innere Wut und der Ärger über den Kollegen hätten ihn zu dieser unüberlegten Tat gebracht.

Des Weiteren schwor er, dass er eine solche Aktion zukünftig unterlassen werde. Er erklärte sich damit einverstanden, dem 42-Jährigen per Handschlag vor dem Gericht eine Entschuldigung auszusprechen, welche von dem Geschädigten angenommen wurde.

Täter kommt mit leichter aber gerechter Strafe davon

Dem Angeklagten, der als gelernter Koch in einem Familienunternehmen arbeitete, erlegte das Gericht schlussendlich eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, ausgesetzt zur Bewährung, auf. Des Weiteren muss er die Kosten für die Verhandlung übernehmen und einen vierstelligen Schadensersatz in den kommenden zwei Monaten bezahlen. Sollte er sich nicht an die Auflagen halten, komme der 58-jährige Vietnamese „sofort ins Gefängnis“, wie der Richter zum Ende der Sitzung betonte.
Als Grund für die Bewährungsstrafe gab das Gericht die positive Sozialprognose des Angeklagten an. Schlussendlich erteilte der Richter dem angeklagten Vietnamesen die Erlaubnis, wieder in dem Familienunternehmen zu arbeiten. (cg)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.