Zehn Brände gehen auf das Konto eines 20-Jährigen

Weil er unter anderem einen Brand in einer Tiefgarage in Haunstetten gelegt hat, verurteilte das Jugendschöffengericht nun einen 20-Jährigen zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe. Foto: Berufsfeuerwehr Augsburg

Es klingt wie aus einem schlechten Film: Ein Feuerwehrmann legt Feuer, um sich bei den anschließenden Löscharbeiten als Held zu präsentieren. Leider ist es kein Film. Ein 20-Jähriger wurde am Montag zur einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Er gestand, zehn Brände gelegt zu haben.

Das folgenreichste Feuer entfachte der heute 20-Jährige ausgerechnet in der Nacht, als die deutsche Nationalmannschaft den Fußball-Weltmeistertitel errang. Kurz vor 2 Uhr mussten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr des Augsburger Stadtteils Haunstetten ausrücken: Im Pfarrzentrum St. Georg loderten die Flammen. Das Feuer hatte von brennenden Mülltonnen auf das Gebäude übergegriffen. Der Sachschaden belief sich auf 250.000 Euro.

Die Haunstetter Feuerwehrleute waren ahnungslos: Einer ihrer Kameraden hatte die Mülltonnen angezündet. Das gab er am Montag vor Gericht zu.

Und noch weitere Brände habe er gelegt, gestand der Angeklagte ein - immer wieder waren seit Februar 2013 in Haunstetten Mülltonnen in Flammen aufgegangen. Teilweise griffen auch damals schon die Flammen auf Gebäude über. Der Sachschaden belief sich auf 17.000 Euro. In einem weiteren Fall zündete der 20-Jährige einen Dachstuhl eines leerstehenden Hauses an, 10.000 Euro Schaden lautete die Bilanz.

Einen Schlusspunkt erreichte die Brandserie am 10. September 2014. Der 20-Jährige fackelte in einer Tiefgarage ein geparktes Auto ab. Videoaufnahmen führten schließlich die Ermittler direkt zum Angeklagten, der daraufhin in Untersuchungshaft genommen wurde.

Beim Prozess am Montag wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen, da der Mann offenbar an einer psychischen Erkrankung leidet, die sein Verhalten ausgelöst haben könnte.

Sein umfassendes Geständnis wirkte sich sehr zu seinen Gunsten aus - zumal ihm wohl nur das Feuer in der Tiefgarage hätte nachgewiesen werden können. So verurteilte ihn das Gericht zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. Der Angeklagte muss zusätzlich 80 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten und sich um eine Therapie bemühen. Der Haftbefehl wurde aufgehoben.

Zum Motiv erklärte das Gericht, der Angeklagte habe sich durch die Mithilfe beim Löschen profilieren wollen. Der Rauswurf aus der Freiwilligen Feuerwehr Haunstetten dürfte ihn da deutlich härter treffen, als eine Bewährungsstrafe es je könnte.
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