Zugunglück in Augsburg: Unfallstelle erst am Dienstag geräumt

Durch den Zusammenstoß zwischen dem Hauptbahnhof Augsburg und Oberhausen ist einer der Züge aus dem Gleis gesprungen und steht nun schräg auf den Schienen. (Foto: Florian Bechtel)
 
Durch den Zusammenstoß zwischen dem Hauptbahnhof Augsburg und Oberhausen ist einer der Züge aus dem Gleis gesprungen und steht nun schräg auf den Schienen.

Zwischen dem Augsburger Hauptbahnhof und Augsburg-Oberhausen ist es am Montag kurz vor 13 Uhr offenbar zu einer Kollision zweier Züge gekommen. Die Strecke ist derzeit gesperrt.

Hinter einer Polizeisperre stehen zahlreiche Feuerwehrautos, Rote-Kreuz-Kräfte rennen vorbei, in einem Bus werden Menschen versorgt, über der Szene kreist ein Hubschrauber. Zwischen Augsburger Hauptbahnhof und dem Bahnhof Oberhausen sind gestern zwei Züge kollidiert. Der Ausgang: mehr als glimpflich.

Der vordere Wagen des DB-Regio-Zuges steht sich bedrohlich neigend auf dem Gleis. Er wurde von den Einsatzkräften mit Sand abgestützt, damit er nicht vollends umkippt. Gegen 13 Uhr hat ein Zug der Bayerischen Regiobahn (BRB) ihn in diese Lage versetzt. Beide Züge waren aus Richtung Oberhausen zum Hauptbahnhof unterwegs, als – so die erste Einschätzung von Feuerwehrsprecher Friedhelm Bechtel – bei Rangierarbeiten der fatale Fehler passierte.

Zug-Insassin berichtet: „Und dann sind die Scheiben gesprungen"

Beide Züge wurden offenbar auf das selbe Gleis geleitet, was freilich nicht funktionierte. Der BRB-Zug krachte seitlich gegen den der DB-Region und drückte diesen vom Gleis. „Es hat zu Schaukeln angefangen“, berichtet Martina Stanojevic, die im ersten Waggon der BRB saß. „Und dann sind die Scheiben gesprungen“, erzählt die 56-Jährige.

Dann hätten sie gewartet, bis die ersten Helfer sie erreichten. Einer von ihnen war Bechtel. Der berichtet von einer ruhigen Einsatzstelle. „Da war keine Panik, kein Gekreische. Ich konnte die Leute ganz normal ansprechen, mit ihnen reden“, sagt er am Rande der Einsatzstelle.

Dennoch erlitten drei Insassen einen Schock, ein Lokführer wurde leicht verletzt. Glücklich und glimpflich sei der Zusammenstoß ausgegangen, da sind sich auf und neben den Gleisen alle einig. 13 Menschen reisten in der BRB, der DB-Regio-Zug steuerte als Rangierfahrt ohne Fahrgäste den Hauptbahnhof an. Drei Mitarbeiter der Bahn befanden sich im Wagen.

Nach Zug-Unfall am Hauptbahnhof: Erhebliche Verzögerungen im Bahnverkehr

Der Unfall löste erhebliche Verzögerungen im Nah- und Fernverkehr aus. Die Züge aus Richtung München verkehrten bis zum Hauptbahnhof und endeten dort. Fahrten aus Richtung Ulm hatten als Endstation Oberhausen, die aus Richtung Treuchtlingen/Donauwörth Gersthofen. Es wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Die Deutsche Bahn geht laut einer Pressemitteilung davon aus, dass die Unfallstelle erst im Laufe des morgigen Tages geräumt sein wird

Martina Stanojevic und weitere Fahrgäste verlassen den Bus der Feuerwehr, in dem sie betreut wurden, um 14.30 Uhr. Stanojevic will vom Hauptbahnhof weiter nach Friedberg – in die Arbeit. (lib)

Ermittlungsverfahren soll "Verantwortlichkeiten" klären

Wie die Bundespolizei am Dienstagmorgen mitteilt, kann "nach bisherigen Erkenntnissen ein Eingriff von außen oder ein technisches Versagen ausgeschlossen werden." Vielmehr wurde die Rangierfahrt wohl fehlerhaft freigegeben. Im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens werden derzeit die Verantwortlichkeiten der Beteiligten geklärt.
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I.- M. Alefelder aus Augsburg - City | 19.09.2017 | 01:40  
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