Zwei Verlierer vor Gericht

Ein Kunde war mit einem Lieferservice unzufrieden und zog vor Gericht. (Foto: justizia_© tom_u 123rf.de)

Zwei Bestellungen bei einem Lieferservice führten vor dem Amtsgericht Augsburg (Zivilgericht) zu einem Rechtsstreit der eher seltenen Art.

Bei der ersten Bestellung war die Schale nur halb mit Nudeln befüllt. Bei der zweiten Bestellung, etwa eine Woche später, blieb die Pizza in ihrem Durchmesser hinter dem Versprochenen zurück. Auch wurde ein als Sonderangebot angebotenes Reisgericht zu teuer abgerechnet.

Zu wenig Essen, zu viel Ärger. Der Kunde verlangte Ersatz von dem Lieferservice. Doch die außergerichtlichen Verhandlungen blieben erfolglos und der Kunde erhob vor dem Amtsgericht Augsburg Klage. Für die Nudeln verlangte er die Hälfte des Preises, für die Pizza die Differenz zu einer kleinen Pizza und für das Reisgericht den Rabatt zurück. Nach Addition der Klagepositionen ergab sich die Klagesumme von fünf Euro.

Aufgrund des geringen Betrages konnte das Gericht den Fall ohne mündliche Verhandlung entscheiden. Es verurteilte den Lieferservice, zwei Euro an den Kunden zurückzuerstatten. Einen Euro sprach das Gericht für die falsche Abrechnung und einen Euro für die zu kleine Pizza zu. Die restliche Klage wies das Gericht ab, da der Lieferservice für die fehlenden Nudeln bereits eine Flasche Rotwein als Kompensation geliefert hätte.

Unter dem Strich gab es finanziell keine Gewinner. Der Kunde muss etwa 140 Euro Gerichts- und Anwaltskosten zahlen. Der Lieferservice blieb auf eigenen Kosten in Höhe von etwa 100 Euro sitzen und verlor den Kläger als Kunden.
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