100 Tage Einsatz für den Rettungshubschrauber

Der ADAC Rettungshubschrauber Christoph 40 ist seit 100 Tagen im Einsatz und hat bereits 333 Einsätze geleistet. Auf 58 Metern Höhe befindet sich die Landeplattform des Klinikums Augsburg und ist damit Deutschlands höchste Luftrettungsstation. Die Patienten können direkt aus dem Hubschrauber mit dem Aufzug in die Notaufnahme gebracht werden. Dieser kurze Weg kann Leben retten.

Daniel Bravi, Leiter und Pilot der ADAC Hubschrauberstation, gehört zur Crew des Rettungshubschraubers Christoph 40 und ist ein Mann der ersten Stunde. Er ist seit dem 28. Januar, dem Tag an dem der Helicopter seinen ersten Einsatz hatte, mit dabei. Seitdem sind 100 Tage vergangen und Christoph 40 ist mittlerweile 333 Mal im Einsatz gewesen. Das heißt für das Team drei bist vier Einsätze pro Tag.

An den ersten Einsatz können sich Bravi, Stefan Nuber, leitender Hubschraubernotarzt des Klinikums und Klaus Kaiser, leitender Rettungsassistent des BRK Augsburg-Stadt, noch sehr genau erinnern. Die Aufregung war enorm und den ersten Einsatz erwarteten sie mit Spannung. Dann kam der Notruf: Eine ältere Dame ist in einem Fußpflegestudio kollabiert. Christoph 40 startet sofort und ist kurze Zeit später am Einsatzort. Die Dame ist mittlerweile ansprechbar und wird behandelt. Der Einsatz endete glücklich. „Nach diesem ersten Einsatz war das Eis gebrochen“, so Bravi.
Viele weitere Einsätze folgten. 86,2 Prozent der Fälle waren sogenannte „Primäreinsätze“. Dabei wird unterschieden zwischen Primärtransport, das heißt die Crew führt die Behandlung vor Ort durch und fliegt den Patienten anschließend in eine Klinik, und Primärversorgung. Dabei hat der Helicopter in erster Linie die Funktion so schnell wie möglich einen Notarzt zum Einsatz zu bringen, der Transport erfolgt dann mit einem Rettungswagen. 6,1 Prozent der Fälle waren „Sekundäreinsätze“. Das sind Transporte, bei denen Patienten von einem Krankenhaus mit niedrigerer Versorgungsstufe in eine Spezialklinik gebracht werden.

Der häufigste Einsatzgrund für den Hubschrauber seien internistische Notfälle wie akute Herz- und Kreislauferkrankungen, so Nuber. Dicht gefolgt von Unfällen bei der Arbeit oder im häuslichem Bereich und Autounfällen. Doch Christoph 40 kommt auch bei neurologischen Notfällen, wie Schlaganfällen, zum Einsatz.
Der größte Unterschied zum Einsatz im Rettungswagen sei enorm. Im Hubschrauber ist deutlich weniger Platz und somit sind die Behandlungsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Deshalb werden die Patienten vor Ort stabilisiert und erst dann in die Klinik geflogen. Anders als im Rettungswagen ist nämlich die Frage „kann’sch mal schnell rechts ranfahren?“ überflüsssig, so Nuber. Auch die Kommunikation mit dem Patienten während des Flugs ist kaum möglich, der Hubschrauber verursacht einen Höllenlärm.

Früher war der Landeplatz circa 100 Meter vom Krankenhaus entfernt. Ein Rettungswagen musste dann die Patienten vom Helicopter ins Klinikum bringen. Jetzt können die Patienten direkt vom Dach über einen Aufzug in die Notaufnahme oder den OP gebracht werden. Fünf bis zehn Minuten Zeitersparnis sind das. Diese Minuten können über Leben und Tod entscheiden.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.