1292 offene Lehrstellen in Schwaben

1292 offene Lehrstellen Viele Betriebe suchen noch dringend Lehrlinge. Foto: pm/HWK

Viele Betriebe suchen noch dringend Lehrlinge. In der Lehrstellenbörse der HWK Schwaben werden aktuell noch 1292 Stellen querbeet vom Anlagenmechaniker bis zum Zahntechniker für einen Start 2015 angeboten. Allein für den Raum Augsburg sind 253 offene Ausbildungsstellen registriert.

Die Handwerkskammer für Schwaben (HWK) meldet zum Start des Ausbildungsjahres eine stabile Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge. Derzeit sind bei der HWK 2935 neue Ausbildungsverhältnisse eingetragen. In Augsburg Stadt und Land sind es 736 neu abgeschlossene Verträge.

Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der HWK, ist mit der momentanen Entwicklung zufrieden: "Obwohl die Zahl der jugendlichen Schulabgänger kontinuierlich sinkt, ist die Zahl der Ausbildungsverträge konstant. Dies ist sehr erfreulich und zeigt wie attraktiv eine Ausbildung im modernen Handwerk ist."

Dennoch sei der Bedarf an Nachwuchskräften im Handwerk hoch und nicht gedeckt. Vor allem gebe es berufsbezogene Unterschiede. So würden in der Lehrstellenbörse der HWK Schwaben aktuell noch 1292 Stellen querbeet vom Anlagenmechaniker bis zum Zahntechniker für einen Start 2015 angeboten. Das sind über 500 Ausbildungsplätze mehr als im Vorjahr.

"Auch in besonders gefragten Berufen wie Elektroniker, Kfz-Mechatroniker oder Metallbauer gibt es noch Ausbildungsstellen in ganz Schwaben," weiß Wagner und rät jungen Menschen, die noch unversorgt sind, sich über die Lehrstellenbörse der HWK (www.lehrstellenboerse-schwaben.de) oder die App Lehrstellenradar, die auf jedem Smartphone läuft, zu informieren.

Viele Lehrstellen sind noch in den Nahrungsmittel-Handwerken sowie den Bau- und Ausbauberufen vorhanden. Aber auch Augenoptiker, Mechatroniker für Kältetechnik sowie Friseure haben noch alle Chancen. Gründe hierfür seien die anhaltend hohe Konjunktur im Handwerk und die rückläufigen Schulabgängerzahlen.

Alle Wirtschaftsbereiche wie Handwerk, Handel, Industrie oder auch Gesundheitsbranche schöpften aus einem kleineren Pool. Hinzu komme ein deutlicher Trend bei den Eltern, ihre Kinder auf weiterführende Schulen und langfristig in akademische Berufe zu schicken. "Sollte auf den ersten Blick der Wunschberuf nicht dabei sein, dann können über eine Einstiegsqualifizierung (EQ) der Agentur für Arbeit im Betrieb Alternativen ausprobiert werden," empfiehlt Wagner. Wenn der Test erfolgreich ist und dann alles zusammenpasst, könne dieses Praktikum sogar auf die Ausbildungszeit angerechnet werden.

Wo es erforderlich ist, werde in der handwerklichen Ausbildung die Lebenssituation der Nachwuchskräfte berücksichtigt. Wer Kinder zu betreuen oder Angehörige zu pflegen habe, für den sei eine Teilzeitausbildung im Handwerk ein attraktives Angebot.

Offen seien die Unternehmen auch für Bewerber mit Asylhintergrund, wenn sie Sprachkenntnisse und die nötigen Voraussetzungen mitbringen. Hier sei die HWK sehr aktiv und unterstütze die Firmen auch bei der Abwicklung der Formalitäten.

Dennoch müsse bei aller Flexibilität das Ziel, die Prüfung zu bestehen im Mittelpunkt stehen. Wenn eine Ausbildung erfolgreich verlaufen solle, dann müssten sich in den Betrieben nicht nur die Ausbilder, sondern das ganze Team um ihre Nachwuchskräfte kümmern und die Ausbildung begleiten. "Nur so können die Unternehmen gute Kräfte auch in den Betrieben halten."
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