360 Kubikmeter Trinkwasser pro Stunde: Im Siebentischwald wird ein neuer Brunnen gebaut

Horizontalfilterbrunnen im Siebentischwald.
Eine wackelige Angelegenheit ist es, in den Filterschacht des dritten Trinkwasserbrunnens Augsburgs hinunter zu fahren. Von einem Kran gesteuert, in einem kleinen Waggon, geht es 25 Meter in die Tiefe, dabei wird es immer dunkler und kälter. Unten im Brunnen wird das Grundwasser gefiltert, damit die Augsburger sauberes Trinkwasser erhalten. „In Zeiten, in denen die Qualität des Trinkwassers Thema ist, zeigt sich, wie gut die Situation in Augsburg ist“, sagte der Geschäftsführer der Stadtwerke Alfred Müllner.

Die Stadtwerke Augsburg sind derzeit mit dem Bau des Horizontalfilterbrunnens im Siebentischwald beschäftigt. Die neuen Brunnen werden 20 bis 25 Meter tief gebaut statt nur zehn bis zwölf Meter. Grund dafür sei der Klimawandel. Bei starkem Regen versickert das Wasser sehr schnell in die oberen Kiesschichten, so dass der natürliche Filter – der Boden – teilweise überfordert ist. Deswegen muss das Wasser aus tieferen sandigen Schichten gefördert werden, damit eine höhere Reinigungsleistung erbracht werden kann. So wird das Grundwasser auf natürliche Weise von Umweltkeimen befreit.

Zwei Jahre lang haben die Stadtwerke einen perfekten Standort für den dritten Trinkwasserbrunnen mit zahlreichen Probebohrungen gesucht. Die Kriterien hierbei waren die Bodenverhältnisse, die Zusammensetzung der einzelnen Bodenschichten, welche die Filterwirkung ausmachen, und die Grundwassermenge.

Der neue Horizontalbrunnen wird rund 360 Kubikmeter Wasser pro Stunde liefern, das entspricht circa einem Siebtel des Trinkwasserbedarfs an einem Sommertag in Augsburg. Insgesamt haben die Stadtwerke 66 Trinkwasserbrunnen. Durch die drei neugebauten Brunnen werden drei ältere, schmalere Brunnen nur noch betriebsbereit gehalten. Insgesamt versorgen die Stadtwerke 327 000 Menschen in Augsburg und Region täglich mit rund 60 Millionen Litern Trinkwasser.

Die Bauarbeiten des dritten Trinkwasserbrunnens haben vor einem Dreivierteljahr begonnen und werden noch circa bis Oktober 2018 andauern. Wenn dieser fertig gebaut ist, können Besucher den Brunnen von Innen betrachten und einen Schluck vom Augsburger Trinkwasser nehmen. Der Brunnen kostet rund 2,5 Millionen Euro.

Der Name „Horizontalfilterbrunnen“ stammt von den sechs etwa 50 Meter langen Filterrohren, die am Grund des Brunnens horizontal sternförmig um den senkrechten Schacht mit einem Durchmesser von 3,40 Metern angeordnet sind und in denen das Wasser gesammelt wird.
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