38 Mal ein Einser-Abitur

Mit 150 Abiturienten erreichte das Königsbrunner Gymnasium heuer einen Rekord. 19 junge Männer und 19 junge Frauen schafften einen 1er-Schnitt. Wenngleich die vier Schulbesten männlich sind, waren es doch 74 Mädels und 76 Jungs, die auf die Zeugnisse warteten.

Die Abiturthemen waren wohl sehr bezeichnend für den diesjährigen Jahrgang. So formulierte es Studienrätin Carmen Jung in ihrer heiteren Abschlussrede. In Mathematik sei es um Sonnenblumen gegangen, in Französisch um Partybusse und in Deutsch ums Nichtstun. Überhaupt seien die Lehrer mehr um das Bestehen des Abiturs ihrer Schützlinge besorgt gewesen, als die Schüler selbst. Waren es doch etliche Schüler, die die Lehrer versucht hätten zu beruhigen. Dafür stehe der Satz eines Schülers: „Das mit dem Abi wird schon klappen!“

Die Übergabe der Abiturzeugnisse bestätigte den Erfolgswillen der Schüler. „Auf das Ergebnis können Sie stolz sein!“ lobte Carmen Jung und mahnte gleichzeitig: „Halten Sie die Augen auf für den Zug, der Sie vom ‚Abilymp’ weiterbringt und steigen sie rechtzeitig ein.“

Frank Kottler und Lena Hämmer sprachen für die Abiturienten und hatten offen eingestanden, dazu einen „Spickzettel“ für ihre Rede mitgebracht zu haben. Am 9. September 2004 hätten sie das Schulhaus erstmals betreten, bewundernd auf die Älteren geschaut. Die Schule sei ein Bestandteil des Alltags geworden, den sie möglichst komfortabel gestalten wollten. Nach der 10. Jahrgangsstufe seien sie stolze Besitzer der Mittleren Reife gewesen. In der Oberstufe erfolgte ein neues Zusammenwürfeln, je nach ihren Interessen für die Abiturfächer. Letztmals sei der Adrenalinspiegel vor der mündlichen Prüfung nach oben geschnellt. Wenngleich sie untereinander Kontakt halten wollen, so oft wie bisher werden sie sich wohl nicht mehr sehen. Beide bedankten sich bei den Lehrern, den Eltern und Verwandten und auch den Mitschülern.

Sehr bekannt kam den Schülern die Situation vor, die Oberstudiendirektor Werner Liessel vor der Formulierung seiner Rede hatte: „Ich saß vor einem leeren Blatt Papier und grübelte. Das war fast wie bei einigen von Euch in der Prüfung.“ Die Schulzeit sei vorüber. Einige hätten nach zwölf, andere nach 13 oder mehr Jahren ihr Abitur geschafft. Jetzt beginne eine neue Phase, in der jeder neuen Menschen mit Stärken und Schwächen begegne, genauso wie in der Schule. Liessel wünschte den Abiturienten den Mut, Visionen zu haben, um die Zukunft entwickeln zu können. Zugleich erinnerte er an die vielen Menschen, die im Hintergrund nötig seien, ohne die das System zusammenbreche. Dazu gehören die Eltern, die viel mit ihren Kindern gebangt hätten, aber auch Verwandte und Lehrer.

Für die Stadt Königsbrunn erinnerte 3. Bürgermeister Peter Henkel an die Baustelle Gymnasium. Seit dem Schuljahr 2006/07 müsse die Schulleitung unter besonderen Bedingungen den Unterricht organisieren. „Sie haben eine Höchstleistung vollbracht“, lobte Henkel. Das Motto der Abiturienten „Wenn Götter gehen“ spiegle ein Stück weit wider, dass die Schüler diese schwierige Phase mitgetragen hätten, wofür er ihnen besonders dankte.

1974 seien 24 Abiturienten ohne große Feierlichkeiten verabschiedet worden, heuer müsse dafür erstmals der größte Raum der Stadt Königsbrunn genutzt werden, beschrieb Henkel den Wandel in den Schülerzahlen, die den aktuellen Erweiterungsbau notwendig mache. Den Abiturienten gab Henkel neben den besten Wünschen konkret mit auf den Weg: „Unsere Gesellschaft braucht Menschen, die Dinge kritisch hinterfragen und Menschen, die nicht von der Aussicht auf persönlichen Vorteil bedacht sind.“
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