57 Stufen für den guten Zweck

Schon kurz nach dem Startschuss erklommen zahlreiche Augsburger die 57 Stufen für den guten Zweck. Foto: Kristin Deibl

Zum 21. Bundestafeltreffen, das von 11. bis 13. Juni in Augsburg stattfinden wird, hat sich die Augsburger Tafel eine besondere Aktion ausgedacht. Bei der Stadtwette "Stramme Waden für die Augsburger Tafel" konnten die Augsburger mit Treppensteigen 22 Tonnen Lebensmittel für bedürftige Menschen erlaufen.

Dafür waren gestern zwischen 11 und 17 Uhr alle Augsburger aufgerufen, die 57 Stufen der Eisenberg-Treppe hinauf zu steigen. Jochen Brühl, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V., wettete, dass die Augsburger insgesamt 222 222 Stufen schaffen.

In diesem Fall würden Rewe und Penny, beides Vertriebslinien der Kölner Rewe Group, 22 Tonnen Lebensmittel an die Augsburger Tafel spenden. OB Kurt Gribl, Schirmherr der Stadtwette und des Bundestafeltreffens, wettete, dass höchstens 222 221 Stufen erklommen würden. Im Falle seiner Wettniederlage wird er ehrenamtlich einen Tag bei der Augsburger Tafel mithelfen.

"Ich wünsche mir von Herzen, dass ich die Wette verliere. Ich werde selbst dazu beitragen", erklärte der OB. Es gehöre leider zur modernen und wohlhabenden Gesellschaft, dass es auch weniger Begünstigte gebe, die Unterstützung bräuchten. Deutschland habe ein starkes soziales Netz, das viel auffange, aber nicht alles. In diesen Fällen sei es gut, dass Strukturen und Organisationen wie die Tafel helfen könnten.

Wie Gribl hat auch Brühl großes Vertrauen in das Engagement der Augsburger: "Den Augsburgern traue ich einen engagierten Einsatz zu. In ganz Deutschland ist die Verbundenheit der Bevölkerung mit den Tafeln beachtlich und der Wunsch zu helfen groß."

In Augsburg versorgt die Tafel rund 5000 Bedürftige an sechs Ausgabestellen. Fritz Schmidt, erster Vorstand der Augsburger Tafel e.V., freut sich, dass das Bundestafeltreffen heuer hier stattfindet. Das Treffen und insbesondere die Stadtwette verschafften der Organisation einige Aufmerksamkeit. Natürlich hoffe auch er, dass die Augsburger genug Stufen erklimmen, denn die Tafel sei immer auf Spenden angewiesen.

Lebensmittel an Bedürftige abzugeben ist für Andreas Krämer, Pressesprecher der Rewe Group, selbstverständlich. Seit 1996 arbeite das Unternehmen bereits mit den Tafeln zusammen, berichtet er, denn es sehe sich in der Pflicht, einen Beitrag zu leisten, damit das soziale Netz etwas enger wird. "Joghurt, der nur noch ein paar Tage haltbar ist, oder Gemüse, das nicht so ganz den Wunschvorstellungen entspricht - unsere Märkte geben täglich Lebensmittel ab."

Krämer selbst hatte geplant, zehn Aufstiege zu schaffen. Bei dem schlechten Wetter sei das zumindest nicht so Schweiß treibend, fand er.

Bereits im Vorfeld der "Wette mit der Treppe" hatten auch einige Augsburger ihre Teilnahme angekündigt: Duanne Moeser von den Augsburger Panthern wollte die Aktion ebenso unterstützen wie Marek Schuster und Stefan Reuter vom FCA. Auch alle 500 Schülerinnen der Mädchenrealschule St. Ursula hatten ihre Beteiligung zugesagt.

Ein Zwischenergebnis wollten die Verantwortlichen zwar noch nicht nennen, es sehe aber gut aus. Alleine das Nachwuchsteam des FCA sei die 57 Stufen der Eisenberg-Treppe schon mehr als 1000 mal hinauf gestiegen.

Die Chancen, dass OB Gribl seine Wette verliert, stehen folglich gut. Bis das genaue Ergebnis allerdings öffentlich gemacht wird, dauert es noch einige Zeit. Erst am 13. Juni, zur "Langen Tafel" des Bundestafeltreffens, soll der Wettsieger bekannt gegeben werden.

Wer den Treppenlauf verpasst hat oder die Augsburger Tafel zusätzlich unterstützen möchte, kann mit einem Mindestbeitrag von 20 Euro pro Jahr Mitglied bei der Tafel werden. Außerdem können Geld- oder Sachspenden täglich von 8 bis 13 Uhr in der Hauptstelle (Hirtenmahdweg 8) abgegeben werden. Willkommen sind vor allem haltbare Lebensmittel wie Nudeln oder Konserven.
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