Ablenkung im Maßstab H 0

Was passiert, wenn man welchen Knopf drückt: Ahmad probiert's an der Modelleisenbahnanlage in der Kinderklinik aus. Foto: Klinikum Augsburg

Sie ist wie ein Wimmelbild auf Rädern, die Eisenbahnanlage im Ambulanz-Wartebereich der Kinderklinik Augsburg, Mutter-Kind-Zentrum Schwaben.

Auf eineinhalb Quadratmetern kann man hier das Leben im Maßstab H 0 beobachten: Straßen, Berge, Tunnel, Menschen, Züge, ein Unfall, ein Krankenwagen, Pkw, Radfahrer, ein Windrad, ein Heißluftballon.

Matthias Armbruster baute dieses Eisenbahn-Diorama mit Fahrzeugen der Firma Roco bereits vor 15 Jahren und spendete es der Krebsstation in der alten Kinderklinik. Mit dem Bau der neuen wurde die Anlage abgebaut und von Armbruster komplett überarbeitet.

Seit einer Woche rollen die Züge auch wieder durch die neue Kinderklinik. Armbruster fühlte sich als junger Vater zweier Kinder nicht ausgelastet und fing während der Erziehungszeit wieder mit dem Modellbau an, wie er selbst augenzwinkernd erzählt.

"Meine Kinder sind gottseidank gesund", sagt der Badener. Nicht jedes Kind habe dieses Glück. Ihnen wolle er den Aufenthalt in der Klinik verkürzen. Tatsächlich ist das unter Glas aufgebaute Diorama kaum ausgepackt, als der kleine Ahmad angelaufen kommt und staunt. Spätestens, als ihm Armbruster zeigt, dass er über verschiedene Druckknöpfe die Züge zum Rollen, das Windrad zum Drehen, den Brunnen zum Sprudeln und die Fahrradlampen zum Leuchten bringen kann, ist der Zweijährige begeistert.

Da Armbruster selbst in Baden-Baden wohnt, kümmert sich der Modellbahnclub Canisius aus dem Stadtteil Hochfeld ehrenamtlich um Pflege und Wartung der Anlage.

"Für unser Ambulanzzentrum ist die Eisenbahn eine echte Bereicherung, die wir lange vermissen mussten", sagt Professor Michael Frühwald, Chefarzt der I. Klinik für Kinder und Jugendliche. "Wir freuen uns sehr, dass sie jetzt und hier in neuem Glanz erstrahlt."

Von pm
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