Abos bis Zonen: Das ändert sich im neuen Jahr mit der Tarifreform des AVV

Neuer Tarifplan: Ab 1. Januar wird die Augsburger Innenstadt zur Doppelzone und damit auch doppelt so teuer. (Foto: David Libossek)

Einfacher, übersichtlicher und fairer soll das neue Tarifsystem des Augsburger Verkehrsvereins (AVV) ab dem 1. Januar werden. Geworben wird zudem damit, dass 74 Prozent der Fahrten preislich nicht verändert oder sogar vergünstigt würden. Wen die Änderungen betreffen, wer profitiert und wer vielleicht in Zukunft lieber das Fahrrad nehmen sollte.

Tarifzonen:
Die bislang 60 segmentierten Tarifzonen des AVV wurden auf insgesamt zwölf ringförmige reduziert. Die Zonen 10 und 20 des Augsburger Stadtgebiets sind dabei beispielsweise zusammengelegt worden. So zahlen Fahrgäste mit Streifenkarte oder Einzelfahrausweis ab Januar einen einheitlichen Preis im Stadtgebiet – dadurch unter Umständen aber auch doppelt so viel wie bisher. Ein Einzelfahrausweis kostet in Zukunft 2,90 Euro statt 1,45 Euro und Streifenkartennutzer müssen pro Fahrt zwei, statt einen Streifen entwerten. Bei Monats- und Schülerwochentickets haben Kunden allerdings weiterhin die Wahl zwischen Preisstufe 1 und 2.
Tickets:
Auch beim Fahrkartenangebot gibt es Änderungen. Neu ist beispielsweise das Kurzstreckenticket. Mit diesem können nun fünf Stationen, inklusive der Starthaltestelle, auch über Zonen-Grenzen hinweg befahren werden. Das neue Tagesticket kostet im Grundpreis 6,40 Euro, ab 9 Uhr können nun aber vier Kinder kostenlos mitgenommen werden. Für einen Pro-Kopf-Aufpreis von 2 Euro können zudem bis zu vier weitere Erwachsene mitfahren.
Bis auf Schüler, Studenten und Azubis werden Fahrgäste zu einem Monatsticket künftig keine Kundenkarte mehr benötigen. Die Geltungsbereiche werden in Zukunft auf dem Ticket stehen, nur der Vor- und Nachnahme müssen eingetragen werden.
Ebenfalls neu ist, dass ab Januar nur noch Einzelfahrausweise direkt in den Straßenbahnen erhältlich sein werden, das restliche Angebot müssen Kunden vor Fahrtantritt am Automaten oder per App erwerben. In den Bussen sollen aber weiterhin alle Tickets beim Fahrer gekauft werden können.
Abonnements:
Ab Januar entfallen im Angebot das Senioren-, Schnupper- und Umweltabonnement. Neu ist hingegen das vergleichsweise günstige Mobil-Abo ab 9 Uhr. Für 30 Euro kann mit diesem Ticket der komplette Augsburger Innenraum befahren werden. Das soll auch eine Alternative zum Senioren-Abo darstellen und eine Entzerrung des Schul- und Berufsverkehrs bewirken.
Ähnlich wie beim Tagesticket ermöglicht das neue Mobil-Abo-Premium für 59 Euro im Stadtgebiet ab 9 Uhr die kostenfreie Mitnahme von vier Kindern. Zusätzlich können ab 18 Uhr vier Erwachsene gratis mitfahren.
Schüler:
Da die Schülerwochentickets von der Zonenzusammenlegung im Stadtgebiet ausgenommen sind, ändert sich preislich hier wenig. Die Schülerferienkarte ist ab sofort nur noch in zwei Zonen erhältlich, dem Stadtgebiet und dem Gesamtraum.

Kommentar:
Ob dem AVV die Vereinfachung seines Tarifsystems gelungen ist, ist fragwürdig. Das Zonensystem ist durch den nun ringförmigen Aufbau übersichtlicher geworden. Dass Monats- und Schülerwochentickets von der Zusammenlegung der Zonen im Stadtgebiet ausgenommen sind, dürfte aber für Verwirrung sorgen. Auch fallen im Angebot Tickets, wie zum Beispiel das Senioren-Abo, weg, die durch die neuen Angebote nicht komplett ersetzt werden können.
Für Fahrgäste, die nur in Zone 10 oder 20 unterwegs sind, kostet ein Einzelfahrschein ab Januar doppelt so viel. Von der Zusammenlegung der Zonen profitieren daher nur Kunden, die von außerhalb anreisen und nun für eine Zone weniger zahlen.
Fair ist das neue System vor allem in der Hinsicht, dass nun Touristen wie Einheimische gleichermaßen davon verwirrt sein dürften.
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