Achtung und Toleranz


Die Ereignisse in der Silvesternacht in Köln und anderen Großstädten Deutschlands veranlasste die Flüchtlingshilfe Stadtbergen, alle in Stadtbergen lebenden männlichen Asylbewerber aus Nigeria, Somalia, Syrien, Pakistan, Afghanistan und dem Irak zu einem Männergespräch in den Pfarrsaal von Maria Hilf einzuladen. "Ziel der Veranstaltung war, über Gleichberechtigung, Respekt und Toleranz in Deutschland ins Gespräch zu kommen", betont Pfarrer Norbert Greim, einer der Koordinatoren der Flüchtlingshilfe.

Die Dokumentation der Übergriffe bei den Silvesterfeiern in den Großstädten bewegte die Männer so stark, dass ein Gesprächsteilnehmer aus Afghanistan spontan das Wort ergriff und sein Entsetzen darüber ausdrückte. Er wolle im Namen aller Asylbewerber in Stadtbergen den Opfern in Köln sein Mitgefühl aussprechen und er verstehe, wenn deutsche Bürger aufgrund dieser Ereignisse nun Asylbewerbern mit einer gewissen Ablehnung begegnen. Dies bedauere er und versicherte, dass von den Asylbewerbern in Stadtbergen keine Gewalt ausgehe. Die Grundwerte Toleranz und Gleichberechtigung von Mann und Frau seien ihm wichtig. Dies ist ein weiterer Grund, weshalb er nach Deutschland geflohen ist. Er dankte den Helfern für die Veranstaltung. Im Rahmen des Männergesprächs tauschten die Männer sich aus, wie sie Vorbehalten begegnen können. Greim zeigte sich mit den Helfern der Flüchtlingshilfe Stadtbergen, den vier ehrenamtlichen Dolmetschern und einem Beamten der Polizeiinspektion 6 erstaunt, wie offen die Männer über ihre Erfahrungen im Umgang mit Frauen in ihrer Heimat und in Deutschland berichteten. "Es tat den Gesprächsteilnehmern sichtlich gut, dass sie als Gesprächspartner ernst genommen wurden und ihnen mit dem Männergespräch eine Plattform geboten wurde, sich auszutauschen. Sie haben überlegt, wie sie Ängste von Bürgern, speziell von Frauen nicht nur in Stadtbergen abbauen können", so Greim.

In der Abschlussrunde versicherten die Männer, dass ihnen die Grundwerte Toleranz und Gleichberechtigung, wie sie in Deutschland bestehen, wichtig sind. Der Achtung jeder Person und die Religionsfreiheit als Grundwerte gelte es zu achten. "Wir sind heute wieder ein Stück mehr in Deutschland angekommen," so äußerte sich ein Teilnehmer der Männerrunde.

Die Mitarbeiter der Flüchtlingshilfe in Stadtbergen sahen sich durch die Teilnahme aller männlichen Asylbewerber und die intensive Beteiligung am "Gespräch unter Männern" bestätigt. "Wir müssen miteinander und nicht übereinander ins Gespräch kommen", meinte Greim im Rückblick.

Er sehe sich ermutigt, weitere Gesprächsrunden zu führen. "Für die Probleme und Sorgen, speziell der Flüchtlingsfrauen mit ihren Kindern, wird die Flüchtlingshilfe Stadtbergen in Kürze eine interkulturelle Plattform bieten", betonen Koordinatorin Professorin Dr. Anita Pfaff und die Integrationsbeauftragte Stadtbergens, Stadträtin Ingrid Strohmayr. (pm)
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