Änderungen im Busnetz: Ab 11. Dezember im 15-Minuten-Takt

Neue Linien, neue Routen, neue Takte – die swa haben anhand von Daten, Wünschen und Anregungen der Fahrgäste und des Fahrpersonals ihr Busnetz überarbeitet. (Foto: swa/Thomas Hosemann)

Die Stadtwerke Augsburg gestalten ihr Busnetz neu: Ab dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember fahren alle Busse untertags im 15-Minuten-Takt. Außerdem erfolgt eine strengere Trennung in der Erschließung von Wohn- und Gewerbegebieten.

Während die fünf Straßenbahnlinien der swa das Rückgrat des Öffentlichen Nahverkehrs in Augsburg sind, kommt den Bussen zumeist eher die Erschließung der Stadtteile zu. Zwar wurde das Augsburger Busnetz immer wieder Stück für Stück entsprechend ergänzt und erweitert. „Etliche Linienwege und Takte haben sich aber nicht optimal entwickelt“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Walter Casazza.

Deshalb haben die Stadtwerke das Busnetz und den Takt jetzt gründlich untersucht. „Entsprechend der Daten und Vorschläge haben wir das Busnetz optimiert“, so Casazza. Mit einer wichtigen Einschränkung: „Wenn nicht unbedingt notwendig, wollten wir Gewohntes nicht über den Haufen werfen.“ In das Konzept sind sowohl Fahrgastzählungen eingeflossen, als auch Anregungen von Fahrgästen und Anwohnern, Wünsche und Forderungen aus mehreren Veranstaltungen mit Bürgern oder Erfahrungen des eigenen Fahrpersonals.

Zwar verursachen die Änderungen bei den Stadtwerken etwas höhere Ausgaben, „wir wollen damit aber weiterhin zusätzliche Fahrgäste für den Öffentlichen Nahverkehr in Augsburg gewinnen“, so Casazza. Schließlich verspreche das laufende Jahr nach der bisherigen Entwicklung einen absoluten Rekord bei den Fahrgastzahlen – „das wollen wir 2017 natürlich fortsetzen“, so Casazza. Dazu könnten die Optimierungen beim Busnetz einen Beitrag leisten.

Die wichtigsten Neuerungen sind einerseits ein weitgehend einheitlicher 15-Minuten-Takt der Buslinien untertags, andererseits die klare Trennung von Gewerbe- und Wohngebieten. „Die Erschließung von Wohnen und Gewerbe mit Öffentlichem Nahverkehr folgt völlig unterschiedlichen Anforderungen“, begründet die Leiterin des Fahrbetriebs bei den swa, Stefanie Rohde.

Einheitlicher Takt:
So gilt für Busse der swa in Augsburg ab 11. Dezember untertags der 15-Minuten-Takt, mit wenigen Ausnahmen. „Wir haben den Bustakt einheitlich an den Fünf- und 7,5-Minuten-Takt der Straßenbahn auf einen 15-Minuten-Takt angepasst“, so Rohde. Abends, ab etwa 20.30 Uhr, wenn nur noch wenige Fahrgäste mit Bussen unterwegs sind, gilt künftig ein 30-Minuten-Takt – außer auf den stärker genutzten stadtteilverbindenden Linien 32 und 41. Samstags, im 10-Minuten-Takt der Straßenbahn, gilt untertags der 20-Minuten-Bustakt, ab abends der 30-Minuten-Takt. Sonntags ist bis 9 Uhr und nach 20.30 Uhr (auch auf den Linien 32 und 41) ein 30-Minuten-Takt und untertags ein 15-Minuten-Takt vorgesehen.

Lechhausen, Hammerschmiede, Firnhaberau:
Die größte Veränderung gibt es im Bereich Lechhausen, Hammerschmiede, Firnhaberau mit den Buslinien 22, 23, 44, 45, 46 und 48. Statt der Linien 44 und 45 fahren zukünftig auch am Abend und am Wochenende die Linien 22 und 23. Diese Linien behalten auch dann ihre Bezeichnung, wenn sie abends und sonntags nicht bis zum Königsplatz und Hauptbahnhof durchfahren, sondern nur noch an der Haltestelle Berliner Allee den einfachen und direkten Umstieg auf die Straßenbahnlinie 1 ermöglichen.
Dafür erschließt die Linie 23 auf ihrem Linienweg auch die Kleesiedlung und das Zentrum Lechhausens um die Klausstraße. Der ursprüngliche Vorschlag, dass die Linie 23 durchgängig an der Haltestelle Berliner Allee endet, wurde als Folge eines Bürgerdialogs der swa in Lechhausen verworfen.
Die Linie 22 meidet künftig die sehr staugefährdete Route von der City Galerie rechts abbiegend weiter über die Karlstraße zum Königsplatz, sondern biegt bei der City Galerie links ab und fährt über den Milchberg, die Maximilianstraße und den Moritzplatz zum Kö. „Damit erhöhen wir die Fahrplantreue der Linie erheblich, es gibt eine zusätzliche Linie in der Maximilianstraße und der Umstieg auf die Straßenbahnlinie 2 Richtung Frauentorstraße wird am Moritzplatz für Schüler deutlich sicherer als von der Karlstraße zum Hohen Weg“, begründet Stefanie Rohde.
Ganz neu wird die Buslinie 44. Sie wird als schnelle Verbindung von der Hammerschiede über MAN und UPM, das Vincentinum und die Karlstraße zum Kö fahren. „Damit schaffen wir von der Hammerschmiede und dem P+R ein völlig neues und schnelles Angebot in die Innenstadt und binden gleichzeitig die MAN und das Vincentinum besser an“, so Rohde. Das sei schließlich ein häufig geäußerter Wunsch von Fahrgästen gewesen. Neu wird auch der Weg der Linie 48 als reine Erschließung für die Gewerbegebiete in Lechhausen, die entsprechend auch nur an Werktagen untertags fährt mit einfachem Umsteigen in die Linie 1 an der Haltestelle Berliner Allee.

Pfersee:
Ein Beispiel für einen rasant wachsenden Stadtteil ist der Sheridan-Park in Pfersee. Die Linie 42, die als Verbindung von Pfersee nach Göggingen eingerichtet wurde, erschließt künftig auch das Wohn- und Gewerbegebiet Sheridan-Park. Verkehrte die Linie bisher nur an Werktagen im 30-Minuten-Takt wird auf dem Linienweg nun außerdem samstags, sonntags und an Feiertagen ein Anruf-Sammel-Taxi (AST 74) im Stundentakt angeboten. Ursprünglich war gemäß eines Stadtratsbeschlusses geplant die Linie 42 über den Grasigen Weg zu führen, was von Anwohnern und dem ansässigen Bildungshaus Westparkstrikt abgelehnt wurde. Die jetzige Lösung wurde in zwei Veranstaltungen zusammen mit zahlreichen Bürgern erarbeitet und fand große Unterstützung. Für das ansässige Seniorenwohnheim wird eine zusätzliche Haltestelle Preßburger Straße vorgesehen.

Spickel:
Eine kleine, aber häufig geforderte Lösung gibt es auch für den Spickel. Immer wieder wurde eine Verbindung vom Spickel zum Schwaben Center gewünscht. Hier wird nun ein Anrufsammeltaxi (AST 73) von Zoo/Botanischer Garten über Schillerstraße, Ablassweg und Goethestraße bis Schwaben Center West und Schwaben Center angeboten.

Oberhausen/Bärenkeller:
Ebenfalls beschleunigt wird die Buslinie 21 in Oberhausen und Bärenkeller. Sie wird nur noch zu den Öffnungszeiten des Jobcenters und den Betriebszeiten der ansässigen Firmen die Schleife über die Haltestelle Gaswerk fahren.
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